Biographie

Kurze Vita (mit inhaltlichen Schwerpunkten, 30. August 2017)

Geb. am 7. März 1947 in der Herxheim/Südpfalz; acht Jahre Volksschule, danach 6 sechs Jahre „Staatliches Aufbaugymnasium für Knaben“ in Speyer. Ab 1967 Studium an der PH Landau, im Januar mein 1. Vortrag bei der Kath. Studentengemeinde über „Was ist Entwicklung?“;  im Laufe des Studiums wurde die PH ausgebaut und umbenannt in EWH Rheinland-Pfalz Koblenz/Landau (heute: Universität Koblenz-Landau) mit der Möglichkeit eines Diploms in Pädagogik nach vier Jahren (Thema meiner Diplomarbeit: Teilhard de Chardin).

Von 1971 - 1975 Theologiestudium an der Jesuitenhochschule in Frankfurt - St. Georgen; während des Theologiestudiums intensiver Austausch mit Priestern (Jesuiten) und Studenten aus Lateinamerika, u.a. 1972 Mitbegründer des Arbeitskreises „Theologie der Befreiung“, dem ersten in Deutschland und Vorsitzender des ASTA St. Georgen 1972/73 (in den ASTA-Räumen hat Publik-Forum seine erste „Zuflucht“ gefunden). Mein Wunsch, nach dem Studium nach Lateinamerika zu gehen, wurde immer stärker, daher intensive Beschäftigung mit Geschichte, Kultur und Theologie Lateinamerikas, dazu einige meiner Referate, u.a.:  

Theologie der Befreiung als neue Theologie?; Für eine „barbarische Theologie“; Dom Helder Camara: 2 Lastkutscher.

Statt sofort nach LA zu gehen, legte ich auf dringendes Anraten zuerst noch die 2. Dienstprüfung ab, die sowohl kirchlich (als Pastoralreferent) als auch staatlich (für RU) anerkannt wurde. Das war damals noch möglich (nur in Württemberg), u.a. weil 2 abgeschlossene Studien. In dieser Zeit war ich sowohl als Referendar im Gymnasium Winnenden (RU) als auch in der Pfarrei St. Karl Borromäus Winnenden. Dort auch meine 1. Gemeindepredigt: „Anders leben, damit andere überleben“.  

Ende 1976 im Auftrag meiner Heimatdiözese Speyer als „Missionar“ vom Bischof von Speyer (Friedrich Wetter) explizit zum „missionarischen Dienst“ ausgesandt - als 1. Laientheologe in Deutschland (ein Laie als Missionar mit explizit kirchlich-missionarischen Auftrag war bis dahin nicht denkbar, außer natürlich Ordensschwestern und – Brüdern). 1976 konnte ich Bischof Dammert aus Cajamarca (1962 - 1992) kennenlernen und konnte mit ihm ausführlich meinen Wunsch besprechen, in seiner Diözese mitarbeiten zu dürfen. Er war zur Behandlung mehrere Monate in Deutschland, u.a. auch in Herxheim zu Besuch bei den Eltern von Pfr. Alois Eichenlaub, der seit 1962 de facto die rechte Hand von Bischof Dammert war. Bereits während meines Studiums war ich sehr gut über die Arbeit in der Diözese Cajamarca informiert, so war u.a. gerade das Glaubensbuch „Vamos Caminando“ in Arbeit. Bischof Dammert „genehmigte“ in Absprache mit dem Bischof von Speyer meinen Einsatz als pastoraler Mitarbeiter in der Pfarrei San Carlos de Bambamarca, Diözese Cajamarca, Peru. (Bis dahin wurde ich noch als Priesteramtskandidat der Diözese Speyer geführt). Die Überraschung bei den engsten Mitarbeitern von Bischof Dammert war sehr groß, dass er ausgerechnet einem „Anfänger“ erlaubte, in seine „Vorzeigepfarrei“ Bambamarca zu gehen (Bambamarca, das Pilotprojekt einer befreienden Pastoral).

Die Diözese Cajamarca mit ihrem Bischof José Dammert galt schon damals als die Diözese, in der der „Geist des Konzils“ mit am konsequentesten in die Praxis umgesetzt wurde. Bambamarca wurde weit über Peru hinaus bekannt (u.a. wegen dem Glaubensbuch „Vamos Caminando“, 1976) und gilt als Wiege einer Praxis und Theologie der Befreiung, siehe: Cajamarca, eine Diözese in den Anden. Deswegen wollte ich genau dahin. Seither und bis heute enger Kontakt mit Basisgruppen, vor allem mit Campesinos und marginalisierten Frauengruppen.

1980 Heirat in Peru, mit einer Mitarbeiterin von Bischof Dammert, und gemeinsamer Neuanfang mit meiner peruanischen Frau in Ulm, zuerst als Religionslehrer (Schubart- und Scholl-Gymnasium). 1981 und 1983 Geburt unserer beiden Kinder; 1982 Gründung und Aufbau der Gemeindepartnerschaft St. Georg, Ulm mit San Pedro, Cajamarca, Mitarbeit in verschiedenen Gremien der Pfarrei und darüber hinaus; Planung und Durchführung von Seminaren, Vortragsreihen und Vortragstätigkeit vorwiegend im süddeutschen Raum (Theologie vom Standpunkt der Armen aus, „Entwicklungspolitik“, u.a.) und intensive Mitarbeit bei Misereor und Adveniat auf nationaler Ebene – bis dahin ehrenamtlich, neben dem RU.  

Dann hauptamtlich (in Beurlaubung als Landesbeamter) 1988 - 1995 tätig als theol. Referent für die kath. Erwachsenbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart,  dabei vor allem verantwortlich für Familienpastoral und „Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung“, Sitz in Ulm.

Nach dem Bischofswechsel in Cajamarca (Ende 1992) gerieten die Partnerschaften deutscher Kirchengemeinden mit Pfarreien der Diözese Cajamarca in große Schwierigkeiten. Auf Initiative deutscher Partnergruppen, vor allem aus Herzogenaurach, Dortmund und Ulm, kam es mit Hilfe der Prof. Elmar Klinger (Würzburg) und Ottmar Fuchs (damals Bamberg) zu einer großangelegten Studie, ursprünglich mit dem Thema Weltkirche – Partnerschaften, dann etwas breiter über die Aufbrüche der Kirche in Lateinamerika (Peru) infolge des Konzils (Option für die Armen, Kirche der Befreiung, etc.). Für diese Aufgabe brauchte man einen „Koordinator“ …. Von 1997 - 2004 war ich daher als wiss. Mitarbeiter an der theol. Fakultät Würzburg tätig; dort Vorbereitung und Durchführung einer Studie zur Kirche in Lateinamerika und zur Beziehung deutscher Gemeinden zur Weltkirche, erst finanziert von den Diözesen Würzburg, Bamberg und Eichstätt, dann  als DFG - Forschungsprojekt der theol. Fakultäten Würzburg und Tübingen. Dafür war ich jedes Jahr für längere Zeit in Lateinamerika (speziell Peru) - in enger Zusammenarbeit mit der Kath. Universität Lima und dem international renommierten „Instituto Bartolomé de Las Casas“ in Lima (Leiter: Gustavo Gutiérrez) und natürlich den peruanischen Partnergemeinden mit deren Basisgruppen. Davon einer der Artikel: "Partnerschaften: Anspruch und Wirklichkeit".  

Dies führte 2004 zu meiner Promotion (war ursprünglich nicht geplant) in Fundamentaltheologie in Würzburg (allg. über Kirche und Globalisierung; Thema: „Kirche der Befreiung“); während der Studie und danach zahlreiche wiss. Veröffentlichungen, darunter zwei Bücher: „Die globale Verantwortung…“ (Gemeindepartnerschaften) und „Die Herausforderung einer Option für die Armen“ (Dissertation). Aufgrund der Ergebnisse der Studie kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit einigen deutschen Prälaten, inklusive persönlicher Diffamierungen (aber nicht in „meiner“ Diözese). Es kamen „Dinge“ ans Tageslicht, die besser im Dunkeln geblieben wären…! Dazu an dieser Stelle nur eine Meldung von KNA (2002): Bischof zerstört Partnerprojekte (Der KNA-Redakteur bekam dann ebenfalls „Prügel“).  Alle Materialien und Ergebnisse auf meiner Homepage: www.cajamarca.de und www.williknecht.de

2009 vorzeitige Pensionierung. Seit 2006 wieder verstärkt und ehrenamtlich in Gemeinden engagiert, Mitglied in den verschiedenen Gremien, u.a. im Leitungsteam der Gesamtkirchengemeinde Ulm und des Dekanats Ehingen-Ulm, bis 2016. Von 2008 - 2016 Vorsitzender der „Aktion Hoffnung“ und im Vorstand der AKO (Dachverband der katholischen Organisationen und Verbände der Diözese), ebenso bis 2016 im Leitungsteam von „pro concilio“ (im Netzwerk kath. Reformgruppen); Mitglied in den Diözesanausschüssen „Eine Welt“ und „Nachhaltige Entwicklung“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart sowie im Ausschuss „Öffentlichkeitsarbeit  Weltkirche“ mit regelmäßigen Beiträgen und Artikeln in „Der geteilte Mantel“ (1. Artikel, Leitartikel 2011: "Der Friede - das Werk der Gerechtigkeit" und letzter Artikel, 2017: Sind wir "Eine Kirche" - sind wir "Eine Welt"?), sowie „drs.global“ (z.B. Leitartikel von 3/15:  Freihandelsabkommen - Instrument neoliberaler Weltordnung); Artikel u.a. für das Internetportal der „Konferenz Weltkirche“ der DBK, hier ein Interview: "Mut zur Armut"; Autor für www.nachhaltig-predigen.de (meistgelesener Artikel, über 30.000 Klicks): Die "Sünde der Welt";  für "imprimatur" (aktueller Artikel: "Andine Kosmovision"); im Vorstand von Oikocredit BW, Mitarbeit beim DEAB (Dachorganisation entwicklungspol. Gruppen BW), im „Rat der Kirchen“ (ökumenische Zusammenarbeit der je 2 Landeskirchen und Diözesen in BW) und bei Misereor (u.a. Co-Sprecher von ewa3 und Misereorbeauftragter in der Diözese); Mitarbeit bei den "Fidei-Donum-Priestern" mit regelmäßigen Treffen in LA, zuletzt in Sao Paulo 2016); Vertreter der kath. Kirche im TTIP-Beirat der Landesregierung BW; Mitarbeit in bundesweiten Initiativen wie „Kairos Europa“, ÖV 14 (zuletzt zum Reformationsjahr 2017., u.v.m. - in Zukunft aber mehr Reisen und schreiben (wiss. arbeiten). 

Willi Knecht, 30. August 2017


 

Eine Art Würdigung zum Abschied, 2022    von Dr. Thomas Broch, in drs.global 3/2022

Willi Knecht - Authentischer Zeuge für ein Evangelium der Befreiung

Beginnen wir mit der Phase im Leben von Willi Knecht, die ihn vermutlich am tiefsten geprägt haben dürfte - bis heute. 1976 ging der damals 29-jährige Priesteramtskandidat als erster Laientheologe - unterstützt und ermuntert durch seinen Speyrer Heimatbischof Friedrich Wetter und Weihbischof Ernst Gutting, aber auch durch den Rottenburger Bischof Georg Moser - mit einem offiziellen pastoralen Auftrag nach Lateinamerika, genau: nach Bambamarca in der peruanischen Diözese Cajamarca, den Entstehungsort der programmatischen Schrift „Vamos Caminando“.

Den dortigen Bischof José Dammert Bellido hatte er schon früher kennengelernt - einen Bischof, der mit seinen theologischen und pastoralen Visionen die Dokumente der berühmten lateinamerikanischen Bischofssynode von Medellín entscheidend beeinflusste. Dammert ist es zu verdanken, dass die Diözese Cajamarca als die Diözese gilt, in der der Geist des Konzils zwischen 1962 und 1992 beispielhaft und wegweisend umgesetzt wurde. Ohne ihn, sagte Gustavo Gutiérrez einmal, hätte er seine „Theologie der Befreiung“ nicht schreiben können - und ohne ihn, darf man hinzufügen, sähen das Leben, der Glaube, die Visionen und die Leidenschaft Willi Knechts sicher anders aus als sie es tun.

Dort also, in der Diözese Cajamarca, lebte Willi Knecht einige Jahre lang in indigenen Kommunitäten gemeinsam mit Campesinos. Er begleitete Katechetinnen und Katecheten, die im Auftrag des Bischofs eucharistische Gemeinschaften leiteten (!), die Taufe spendeten, Eheschließungen assistierten, Bußgottesdienste feierten und Sterbende begleiteten. Dort lernte er eine lebendige „Kirche von unten“ kennen, eine Kirche, deren Botschaft befreiend ist und Freiheit schenkt. Dort lernte er auch seine Frau Amelia Centurión kennen, eine in der diözesanen Rundfunkkatechese tätige Lehrerin, die er am 1. März 1980 heiratete und mit der er später - wieder zurück in Deutschland - einen Sohn und eine Tochter bekommen sollte.

Zum Beginn des Schuljahres 1980 kehrte das frisch vermählte Ehepaar nach Deutschland zurück, aber die Kirche, die Willi Knecht in Peru erfahren hatte, und auch die andine Kultur und ihre Menschen blieben tief in seinem Herzen verankert und sollten ihn nicht mehr loslassen. Doch davon später.

Geboren wurde Willi Knecht am 7. März 1947 im pfälzischen Herxheim als letztes von vier Kindern. Seine Kindheitsjahre waren von der großen Armut der Familie geprägt, der Vater war nach dem Krieg wiederholt mit Versuchen der Selbständigkeit gescheitert. Nach acht Jahren Volksschule ging er 1961 nach Speyer ins Aufbaugymnasium und machte nach sechs Jahren das Abitur. Schon in der Schulzeit hatte er ein waches Interesse für Literatur und für philosophische Themen, las Tolstoi, Dostojewski und Sartre und befasste sich mit den Unabhängigkeitsbewegungen in den afrikanischen Kolonien. Dekolonisierung ist bis heute eines seiner wichtigen Themen.

Sein erster öffentlicher Vortrag - das Thema war „Entwicklung“ - im Jahr 1970 kann in seinen Augen heute noch bestehen. „Der Einfachheit halber“ sei er 1966 nach Landau gegangen, um sich auf der dortigen Pädagogischen Hochschule, die heute Teil der Universität (EWH) Koblenz-Landau ist, auf den Lehrerberuf vorzubereiten - unterbrochen durch acht Monate Rekrutendasein bei der Bundeswehr. Die Erfahrungen beim „Bund” beschreibt er als menschenverachtend - andererseits seien diese Jahre insgesamt seine „Erweckungszeit“ gewesen, geprägt von den Auseinandersetzungen mit Befreiungsaufbrüchen in aller Welt, vor allem aber in Lateinamerika.

So hatte es eine gewisse innere Folgerichtigkeit, dass er 1971 in Frankfurt-St. Georgen das Studium der Theologie aufnahm, wo er in Kontakt mit älteren Studenten aus Lateinamerika, die dem Jesuitenorden angehörten, kam. 1972 gehörte er zu den Begründern des ersten Arbeitskreises „Theologie der Befreiung“ in Deutschland. Überhaupt war er politisch sehr aktiv – so z. B. als Mitglied einer „Wählerinitiative Willy Brandt“, als Teilnehmer einer Demonstration mit Plakaten mit Texten des Propheten Amos bei einer Fronleichnamsprozession in Würzburg, als ASTA-Vorsitzender und Förderer der gerade entstehenden Zeitung „Publik-Forum“.

In einer Predigt zur Semestereröffnung nahm er einen Text von Helder Camara, „Die zwei Lastkutscher“, zum Ausgangspunkt, um seine bis heute geltende Grundüberzeugung zu entwickeln: „Wir müssen die Wege so bauen, dass niemand mehr stecken bleibt.“ Um es mit einer biblischen Metapher zu sagen: Es reicht nicht, die Wunden des Überfallenen zu verbinden; man muss den Räubern und ihrem bösen Treiben das Handwerk legen. Mit dem damaligen Limburger Bischof Wilhelm Kempf war er sich einig, dass Strukturveränderungen dringend an der Zeit seien – gesellschaftlich, politisch, kirchlich.

Er lernte Spanisch, und der Weg nach Lateinamerika war für ihn eine Konsequenz seiner geistigen und politischen Entwicklung. Nach einem Kontakt mit Ernesto Cardenal, der nicht zum gewünschten Ziel führte, war der zweite „Anlauf“, diesmal nach Peru, erfolgreich.

Wieder zurück in Deutschland, nahm er von 1980 bis 1997 den Dienst als Religionslehrer am Ulmer Schubart-Gymnasium und am Hans und Sophie Scholl-Gymnasium auf, wurde zwischen 1988 und 1994 für eine Aufgabe als Bildungsreferent im Dienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart vom Schuldienst freigestellt und ließ sich schließlich 1997 zum Studium beurlauben. 2004 kehrte er noch einmal in den Schuldienst zurück - bis zu seiner Pensionierung im Januar 2010. Die Diözese Cajamarca behielt ihren Platz in seinem Leben.

Bischof Dammert, mit dem Willi Knecht bis zu dessen Tod 2008 eng verbunden blieb, musste altersbedingt 1992 sein Amt aufgeben. Sein Nachfolger, ein dem Opus Dei nahestehender Bischof, zerstörte unter dem Anspruch, den „Saustall“ seines Vorgängers „aufzuräumen“, nicht nur alle pastoralen Entwicklungen, drängte die Frauen hinaus, demontierte das Engagement der Laienkatechetinnen und -katecheten, sondern schlug sich auch auf die Seite der Minen-Konzerne, die für ihren Goldabbau die Campesinos enteigneten und vertrieben und die Natur verwüsteten. Aus den Partnergemeinden in der Diözese Cajamarca kamen verzweifelte Klagen, und so entstand die Idee, das Wirken von Bischof Dammert, so denn schon keine konkrete Hilfe möglich war, in einem Forschungsprojekt wissenschaftlich aufzuarbeiten und wenigstens auf diese Weise nicht verlorengehen zu lassen.

Willi Knecht konnte für dieses Vorhaben die Professoren Elmar Klinger, Würzburg, und Ottmar Fuchs, Tübingen, gewinnen. In Würzburg wurde eine Forschungsstelle eingerichtet – zunächst von fünf Diözesen finanziert, später als DFG-Projekt. Das Privatarchiv von Bischof Dammert war eine reiche Fundgrube. Mit diesem 1997 begonnenen Projekt wurde Willi Knecht 2004 zum Dr. theol. promoviert; als Buch ist es 2005 mit dem Titel „Die Kirche von Cajamarca – die Herausforderung einer Option für die Armen in Peru“ erschienen.

Ehrenamtlichen Aufgaben hat sich Willi Knecht nie verweigert. Neben vielen Initiativen, in denen er Mitglied war und ist, und den engen Verbindungen zu den Fidei-Donum-Priestern können seine langjährige Mitwirkung in kirchlichen Gremien auf Kirchengemeinde- und Dekanatsebene in Ulm sowie im Diözesanrat und seinen Ausschüssen „Eine Welt“ und „Nachhaltige Entwicklung“ oder sein Engagement als MISEREOR-Botschafter nur stichwortartig erwähnt werden. Dass er seit 2010 Mitglied der AG Öffentlichkeitsarbeit der diözesanen Hauptabteilung Weltkirche und Autor in DRS.GLOBAL und in dem Magazin „Der Geteilte Mantel“ war, der sich nie lange bitten ließ, soll ebenfalls unterstrichen werden.

Zu Beginn dieses Jahres hat sich Willi Knecht aus diesen Aufgaben zurückgezogen. „Mit 75 Jahren ist es genug“, hat er entschieden.

Es sei ihm herzlich gedankt für alle Unterstützung, besonders aber für sein leidenschaftliches, keinesfalls immer bequemes, aber stets glaubwürdiges und authentisches Zeugnis von einer Kirche, deren Zentrum ein Evangelium der Befreiung ist.

Dr. Thomas Broch, in drs.global 3/2022 (Quartalsnewsletter der Diözese Rottenburg-S.)

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Willi Knecht  (Auszug aus Wikipedia - veralteter Eintrag 2006)

(* 1947 in Herxheim bei Landau/Pfalz)
ist ein deutscher römisch-katholischer Theologe. Knecht ist seit 1976 mit der Diözese Cajamarca in Peru verbunden und war zunächst als Pastoralreferent in der Pfarrei Bambamarca tätig. Zuletzt arbeitete er von 1996 bis 2004 zusammen mit Elmar Klinger und Ottmar Fuchs an einer DFG-Studie über die kirchlichen Aufbrüche in Peru seit 1962. Als sein letztes Buch erschien im November 2005 "Die Kirche von Cajamarca - Die Herausforderung einer Option für die Armen". Er stellt darin Cajamarca mit seinem Bischof José Antonio Dammert Bellido als die Diözese dar, wo Geist und Anliegen des Konzils weltweit mit am besten in die Praxis umgesetzt wurde. Weitere Schriften (u.a. zu den Auseinandersetzungen um die profitabelste Goldmine der Welt in Cajamarca und zum gegenwärtigen Kurs der Kirchenführung weltweit) macht er auf seiner Website zugänglich.

Veröffentlichungen u.a.:

  • „Die Wehklagen derer, die leiden, lassen mich nicht ruhen.“
  • José Dammert Bellido, Bischof von Cajamarca, Peru. In: Johannes Meier (Hrsg.): Die Armen zuerst. 12 Lebensbilder lateinamerikanischer Bischöfe. Matthias Grünewald, Mainz 1999, Freiburg, Ulm und Cajamarca.
  • Was man von den Christen in Peru lernen kann. In: imprimatur 2001, Hefte 4 (online) u. 5+6 (online).
  • mit Elmar Klinger, Ottmar Fuchs (Hrsg.): Die globale Verantwortung. Partnerschaften Pfarreien in Deutschland und Peru. Echter, Würzburg 2001
  • Die Kirche von Cajamarca. Die Herausforderung einer Option für die Armen in Peru. Lit-Verlag, Münster 2005
  • Eine Kirche der Armen. In: Thomas Franz, Hanjo Sauer (Hrsg.): Glaube in der Welt von heute.Theologie und Kirche nach Vatikanum II, Echter, Würzburg 2006,

Weblinks: