Kirche

Kirche

Die Kirche der Armen ist zwar nicht identisch mit der "Einen Kirche Jesu Christi", aber in der Kirche der Armen wird sichtbar, was "Kirche Jesu Christi" bedeutet. Denn sie geht von den weltweit Ausgegrenzten aus, von denen, die unter die Räuber gefallen sind. Sie stellt die Menschen in den Mittelpunkt, mit denen sich Jesus vorrangig solidarisierte. Deshalb werden die Armen uns, den Reichen, zum Heil, weil sie schon doch ihre bloße Existenz die bestehende Ungerechtigkeit aufdecken und zur Umkehr auffordern. Sie können uns deshalb den Weg zeigen (und sie wollen dies auch), weil Gott mitten unter ihnen Mensch wurde, mit ihnen feierte, trauerte, konsequenterweise getötet und deshalb von Gott auferweckt wurde. Sie sind daher die authentischen Zeugen der Gegenwart Gottes unter den Menschen, seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung. Sie sind die Offenbarung Gottes heute, ihr Schrei nach Gerechtigkeit ist der Ruf Gottes an uns. Die Kirche der Armen umfasst so alle Menschen, sie wird zum Zeichen des Heils für diese Welt.

Eine Kirche der Befreiung - Kirche der Armen

Die Kirche von Cajamarca 

- die Herausforderung einer Option für die Armen in Peru -

„Wann werden Sie endlich begreifen, dass das Wasser nicht den Berg hinauf fließen kann“.

(Hans Tietmeyer, Präsident der Deutschen Bundesbank auf dem Katholikentag 1998 in Mainz als Antwort an Bischof Kamphaus)

„Erhebt die Augen, zu Ende ist die Finsternis; wir, die wir Sklaven waren, werden die Fesseln sprengen. Singt neue Lieder, schon naht die Befreiung“.  (Lied der Campesinos von Bambamarca)[1]

Auf der einen Seite steht der Glaube an die Unfehlbarkeit des von allen Fesseln befreiten Marktes mit seinen Tod bringenden Folgen für die Mehrheit der Menschen und für die Erde als Schöpfung Gottes. Auf der anderen Seite steht der biblische Glaube an den Gott Abrahams und Jesu, der sein Volk gerade aus dieser Sklaverei herausführen will. Die Frage nach Gott ist daher die zentrale Herausforderung an die Kirche bzw. der Kirche an die Welt. 

Die Campesinos von Bambamarca, bedroht von der größten Goldgesellschaft der Welt, die ihnen das Wasser abgraben will und sie von ihrem Land vertreibt, protestierten gegen die Minengesellschaft vor dem Bischofspalast und gegen den Bischof mit folgendem Spruchband: 

„Herr Bischof, entscheide dich: verehrst du den wahren Gott oder das Gold der Mine?“

Auch die Kirche insgesamt steht wie der Bischof von Cajamarca und wie jeder einzelne Christ vor der entscheidenden Frage, an wen sie letztlich ihr Herz hängt - an den Gott des Lebens oder an Mammon, den Gott, der zum Tode führt.

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Gedanken zum Advent - 2020

Gedanken zum Advent - 2020 

Besinnung auf das Wesentliche - Zeit der Umkehr… . Doch was ist das Wesentliche, das was letztlich zählt? An was hängen wir - de facto - unser Herz und wer ist für uns „Gott“, d. h. das Wichtigste in unserem alltäglichen Leben? Und warum und wohin umkehren? Sind wir denn nicht alle schon getauft? Umkehr bedeutet ja nichts anderes als seinen Weg, sein bisheriges Leben, grundlegend zu verändern. „Kehrt um, denn das Reich Gottes steht vor der Tür, es beginnt jetzt.“ Mit diesen Worten beginnt und überschreibt Jesus seine Botschaft. Und als er dies auch bei seinem ersten öffentlichen Auftreten in der seinem Heimatdorf Nazareth sagt, geraten die „Leute der Synagoge“ in Wut und wollen ihn den Abhang hinabstürzen (Lk 4,16-29). Denn sie waren ja schon gottesgläubig, das auserwählte Volk, die Söhne Abrahams, schon beschnitten und besuchten regelmäßig den Tempel – und gingen an den Menschen vorbei, die unter die Räuber gefallen sind. Denn ihre Wege waren so angelegt, dass sie zum Tempel führten, zum kultischen Ritual und zum Sühneopfer.

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Gedanken zum Advent 2016

Gedanken zum Advent und Weihnachten 2016 

Advent und Fastenzeit, Weihnachten und Ostern erinnern an das, was christlicher Glaube in seinem Kern ausmacht. Da Gott in Jesus Mensch geworden ist, finden und begegnen wir ihm in den Menschen, mit denen Jesus sich vorrangig solidarisiert, ja identifiziert (Mt 25). Und dann begegnen wir auch Gott in uns selbst und erkennen, wer wir sind und was unsere Berufung ist. „Was schaut ihr in den Himmel, wo ich doch nun mitten unter euch bin?“ Nicht der Himmel oder das Leben nach dem Tod ist das Ziel, sondern ein menschenwürdiges Leben hier und heute für alle, besonders für jene, denen diese Würde vorenthalten oder gar - auch strukturell - geraubt wird. Denn diese Würde ist unantastbar. Und auf diesem Weg werden wir erfahren, was es bedeutet, ein „Leben in Fülle“ ….

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Die Kirche der Armen ist zwar nicht identisch mit der "Einen Kirche Jesu Christi", aber in der Kirche der Armen wird sichtbar, was "Kirche Jesu Christi" bedeutet. Denn sie geht von den weltweit Ausgegrenzten aus, von denen, die unter die Räuber gefallen sind. Sie stellt die Menschen in den Mittelpunkt, mit denen sich Jesus vorrangig solidarisierte. Deshalb werden die Armen uns, den Reichen, zum Heil, weil sie schon doch ihre bloße Existenz die bestehende Ungerechtigkeit aufdecken und zur Umkehr auffordern. Sie können uns deshalb den Weg zeigen (und sie wollen dies auch), weil Gott mitten unter ihnen Mensch wurde, mit ihnen feierte, trauerte, konsequenterweise getötet und deshalb von Gott auferweckt wurde. Sie sind daher die authentischen Zeugen der Gegenwart Gottes unter den Menschen, seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung. Sie sind die Offenbarung Gottes heute, ihr Schrei nach Gerechtigkeit ist der Ruf Gottes an uns. Die Kirche der Armen umfasst so alle Menschen, sie wird zum Zeichen des Heils für diese Welt.

Beiträge als Mitglied von....

Eigene  Gemeinde "Zum Guten Hirten", Ulm-Böfingen - Gesamkirchengemeinde Ulm (im Leitungsteam) und Dekanat Ehingen-Ulm (im Leitungsteam).

auf Diözesanebene:

Diözesanausschüsse "Eine Welt" und "Nachhaltige Entwicklung", AG Öffentlichkeitsarbeit der Diözese - Vorsitzender der "aktion hoffnung" (Verbände) bis Ende 2015 - im Netzwerk von 8 Reformgruppen (Kirchenerneuerung) der Diözese, Vorstand Oikocredit, Rat der Kirchen, u.a.

Die Römische Kirche ... im Gegensatz zur katholischen (allumfassenden) und evangelischen (vom Evangelium ausgehenden) Kirche ....      

 

Ausgehend von den Erfahrungen der Überlebenden der Eroberung und Zerstörung durch die Europäer und deren theol. Rechtfertigung durch die Kirche, soll hier anhand konkreter Beispiele  aufgezeigt werden, dass sich bis heute (abgesehen von der kurzen Epoche eines Aufbruchs infolge des 2. Vat Konzils) wenig in den letzten Jahrhunderten geändert hat. Kann man heute zwar nicht mehr von systematischem Völkermord sprechen, so doch von systematischer Ausbeutung und Ausgrenzung vor allem der indigenen Bevölkerung. Diese - aber auch immer mehr "Einwanderer" - leben mehrheitlich in absoluter Armut. Dies ist aber kein Zufall, sondern so gewollt und das Ergebnis einer ganz bestimmten Wirtschaftspolitik und der sie begründenden Werte.

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"Die Kirche der Nacht", von José Espíritu, Campesino und Katechet, Bambamarca.