Kirche

Kirche

Die Kirche der Armen ist zwar nicht identisch mit der "Einen Kirche Jesu Christi", aber in der Kirche der Armen wird sichtbar, was "Kirche Jesu Christi" bedeutet. Denn sie geht von den weltweit Ausgegrenzten aus, von denen, die unter die Räuber gefallen sind. Sie stellt die Menschen in den Mittelpunkt, mit denen sich Jesus vorrangig solidarisierte. Deshalb werden die Armen uns, den Reichen, zum Heil, weil sie schon doch ihre bloße Existenz die bestehende Ungerechtigkeit aufdecken und zur Umkehr auffordern. Sie können uns deshalb den Weg zeigen (und sie wollen dies auch), weil Gott mitten unter ihnen Mensch wurde, mit ihnen feierte, trauerte, konsequenterweise getötet und deshalb von Gott auferweckt wurde. Sie sind daher die authentischen Zeugen der Gegenwart Gottes unter den Menschen, seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung. Sie sind die Offenbarung Gottes heute, ihr Schrei nach Gerechtigkeit ist der Ruf Gottes an uns. Die Kirche der Armen umfasst so alle Menschen, sie wird zum Zeichen des Heils für diese Welt.

Eine Kirche der Befreiung - Kirche der Armen

Die Kirche von Cajamarca 

- die Herausforderung einer Option für die Armen in Peru -

Auf der einen Seite steht der Glaube an die Unfehlbarkeit des von allen Fesseln befreiten Marktes mit seinen Tod bringenden Folgen für die Mehrheit der Menschen und für die Erde als Schöpfung Gottes. Auf der anderen Seite steht der biblische Glaube an den Gott Abrahams und Jesu, der sein Volk gerade aus dieser Sklaverei herausführen will. Die Frage nach Gott ist daher die zentrale Herausforderung an die Kirche bzw. der Kirche an die Welt. 

Die Campesinos von Bambamarca, bedroht von der größten Goldgesellschaft der Welt, die ihnen das Wasser abgraben will und sie von ihrem Land vertreibt, protestierten gegen die Minengesellschaft vor dem Bischofspalast und gegen den Bischof mit folgendem Spruchband: 

„Herr Bischof, entscheide dich: verehrst du den wahren Gott oder das Gold der Mine?“

Auch die Kirche insgesamt steht wie der Bischof von Cajamarca und wie jeder einzelne Christ vor der entscheidenden Frage, an wen sie letztlich ihr Herz hängt - an den Gott des Lebens oder an Mammon, den Gott, der zum Tode führt.

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Gedanken zum Advent - 2020

Gedanken zum Advent - 2020 

Besinnung auf das Wesentliche - Zeit der Umkehr… . Doch was ist das Wesentliche, das was letztlich zählt? An was hängen wir - de facto - unser Herz und wer ist für uns „Gott“, d. h. das Wichtigste in unserem alltäglichen Leben? Und warum und wohin umkehren? Sind wir denn nicht alle schon getauft? Umkehr bedeutet ja nichts anderes als seinen Weg, sein bisheriges Leben, grundlegend zu verändern. „Kehrt um, denn das Reich Gottes steht vor der Tür, es beginnt jetzt.“ Mit diesen Worten beginnt und überschreibt Jesus seine Botschaft. Und als er dies auch bei seinem ersten öffentlichen Auftreten in der seinem Heimatdorf Nazareth sagt, geraten die „Leute der Synagoge“ in Wut und wollen ihn den Abhang hinabstürzen (Lk 4,16-29). Denn sie waren ja schon gottesgläubig, das auserwählte Volk, die Söhne Abrahams, schon beschnitten und besuchten regelmäßig den Tempel – und gingen an den Menschen vorbei, die unter die Räuber gefallen sind. Denn ihre Wege waren so angelegt, dass sie zum Tempel führten, zum kultischen Ritual und zum Sühneopfer.

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Gedanken zum Advent 2016

Gedanken zum Advent und Weihnachten 2016 

Advent und Fastenzeit, Weihnachten und Ostern erinnern an das, was christlicher Glaube in seinem Kern ausmacht. Da Gott in Jesus Mensch geworden ist, finden und begegnen wir ihm in den Menschen, mit denen Jesus sich vorrangig solidarisiert, ja identifiziert (Mt 25). Und dann begegnen wir auch Gott in uns selbst und erkennen, wer wir sind und was unsere Berufung ist. „Was schaut ihr in den Himmel, wo ich doch nun mitten unter euch bin?“ Nicht der Himmel oder das Leben nach dem Tod ist das Ziel, sondern ein menschenwürdiges Leben hier und heute für alle, besonders für jene, denen diese Würde vorenthalten oder gar - auch strukturell - geraubt wird. Denn diese Würde ist unantastbar. Und auf diesem Weg werden wir erfahren, was es bedeutet, ein „Leben in Fülle“ ….

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Die Kirche der Armen ist zwar nicht identisch mit der "Einen Kirche Jesu Christi", aber in der Kirche der Armen wird sichtbar, was "Kirche Jesu Christi" bedeutet. Denn sie geht von den weltweit Ausgegrenzten aus, von denen, die unter die Räuber gefallen sind. Sie stellt die Menschen in den Mittelpunkt, mit denen sich Jesus vorrangig solidarisierte. Deshalb werden die Armen uns, den Reichen, zum Heil, weil sie schon doch ihre bloße Existenz die bestehende Ungerechtigkeit aufdecken und zur Umkehr auffordern. Sie können uns deshalb den Weg zeigen (und sie wollen dies auch), weil Gott mitten unter ihnen Mensch wurde, mit ihnen feierte, trauerte, konsequenterweise getötet und deshalb von Gott auferweckt wurde. Sie sind daher die authentischen Zeugen der Gegenwart Gottes unter den Menschen, seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung. Sie sind die Offenbarung Gottes heute, ihr Schrei nach Gerechtigkeit ist der Ruf Gottes an uns. Die Kirche der Armen umfasst so alle Menschen, sie wird zum Zeichen des Heils für diese Welt.

Beiträge als Mitglied von....

Eigene  Gemeinde "Zum Guten Hirten", Ulm-Böfingen - Gesamkirchengemeinde Ulm (im Leitungsteam) und Dekanat Ehingen-Ulm (im Leitungsteam).

auf Diözesanebene:

Diözesanausschüsse "Eine Welt" und "Nachhaltige Entwicklung", AG Öffentlichkeitsarbeit der Diözese - Vorsitzender der "aktion hoffnung" (Verbände) bis Ende 2015 - im Netzwerk von 8 Reformgruppen (Kirchenerneuerung) der Diözese, Vorstand Oikocredit, Rat der Kirchen, u.a.

Ortskirche - Weltkirche

Papst Franziskus setzt sich einerseits für eine möglichst eigenständige lokale Kirche ein, die von den konkreten Bedürfnissen der Menschen vor Ort ausgeht. Andererseits ist es ihm ein großes Anliegen, die jeweiligen Besonderheiten einer Diözese in die Einheit der Weltkirche einzubringen. Erst die verschiedenen Glaubenserfahrungen der lokalen Kirchen bilden zusammen Katholische Kirche („katholisch“: das Ganze betreffend, allumfassend). Die Weltkirche gleicht als Ganzes einem Mosaik, das erst dann seine volle Bedeutung erhält und als solches erkennbar wird, wenn alle Teile in ihm vorkommen. So ist die katholische Kirche nur dann auch wirklich katholisch, wenn „die ganze Welt“ in ihr vorkommt. Die lokalen Kirchen bilden zusammen die Weltkirche und in jeder lokalen Kirche ist stets die gesamte Kirche präsent. in allen ihren wesentlichen Eigenschaften präsent und verwirklicht.

Die Mehrzahl der lokalen Kirchen innerhalb der Gesamtkirche sind arme Kirchen. Will die katholische Kirche ihrem eigenen Auftrag gerecht werden, z.B. den Armen eine Frohe Botschaft verkünden und selbst eine Kirche der Armen werden, dann ergibt sich daraus wie von selbst eine Option: Die Armen sind in einem ersten Schritt die ersten Adressaten der Botschaft Jesu und der Kirche und in einem zweiten Schritt werden die Armen selbst zu Subjekten der Verkündigung und zur Kirche Jesu Christi. Die Option für die Armen ist daher sowohl biblisch – christologisch, wie auch ekklesiologisch von zentraler Bedeutung.  Die „armen Partnergemeinden im Süden“ bringen ihre Leiden und  Hoffnungen mit in die Partnerschaft ein und werden so zu einem Zeichen der Erneuerung und Hoffnung für die „reichen Kirchen in Deutschland“.

Jede Ortskirche findet ihre Mitte in der Feier der Eucharistie, die sie auch zugleich im Namen der gesamten Kirche feiert. Barmherzigkeit (Liebe, Hingabe), Friede und Gerechtigkeit sind die Grundlagen der Eucharistie. Die Einheit der Gemeinde hat ihr Fundament im alltäglichen Einsatz für Nächstenliebe und Gerechtigkeit. Es ist dieses gemeinsame Fundament, das alle Gemeinden miteinander verbindet, die so zur Weltkirche werden. Eine so verstandene universelle Kirche kann man wie folgt definieren: Als eine Kommunion verschiedener Ortskirchen, in der die Einheit auf der gemeinsamen Praxis der Barmherzigkeit beruht, die in der Eucharistie ihre Wurzeln hat.

Die Römische Kirche ... im Gegensatz zur katholischen (allumfassenden) und evangelischen (vom Evangelium ausgehenden) Kirche ....      

Ausgehend von den Erfahrungen der Überlebenden der Eroberung und Zerstörung durch die Europäer und deren theol. Rechtfertigung durch die Kirche, soll hier anhand konkreter Beispiele  aufgezeigt werden, dass sich bis heute (abgesehen von der kurzen Epoche eines Aufbruchs infolge des 2. Vat Konzils) wenig in den letzten Jahrhunderten geändert hat. Kann man heute zwar nicht mehr von systematischem Völkermord sprechen, so doch von systematischer Ausbeutung und Ausgrenzung vor allem der indigenen Bevölkerung. Diese - aber auch immer mehr "Einwanderer" - leben mehrheitlich in absoluter Armut. Dies ist aber kein Zufall, sondern so gewollt und das Ergebnis einer ganz bestimmten Wirtschaftspolitik und der sie begründenden Werte.

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"Die Kirche der Nacht", von José Espíritu, Campesino und Katechet, Bambamarca.