Spiritualität

 

Spiritualität wird hier als Kraft verstanden, sein Leben im Geiste und in der Nachfolge Jesu zu gestalten. Spiritualität bedeutet aus der Sicht der Armen, Gott inmitten ihres Leides und ihrer Hoffnungen als ein Gott des „Lebens in Fülle“ zu entdecken, der mit ihnen ist und sie führt. Aus der Sicht der „Reichen“ bedeutet Spiritualität, im leidenden Nächsten, das Antlitz des Gekreuzigten zu entdecken, sich mit dem Armen auf den Weg machen und mit ihm zusammen seine Sehnsucht nach dem Reich Gottes zu formulieren und im „Hier und Heute“ Gestalt zu verleihen.

Von Nachfolge und Selbstverleugnung (Mt 16, 21-27)

Von Nachfolge und Selbstverleugnung (Mt 16, 21-27)

Es war einmal eine Zeit und eine Region, in der alle Menschen getauft waren. Sie empfingen die Sakramente, feierten viele Gottesdienste, verehrten ihre Heiligenbilder und brachten ihnen und der Kirche viele Opfer dar. Ob sehr reich oder sehr arm, sie glaubten sich in der Hand Gottes und baten um seine Gnade. Sie dankten auch Gott - die Reichen, weil er sie als Zeichen seiner Huld mit so vielen Gütern beschenkt hat und die Armen, weil er ihnen ein Leben im Himmel verheißen hat, wenn sie nur ergeben und gläubig ihr elendes Leben ertragen würden. Die Kleriker aber hatten eine besondere Last zu tragen: In Stellvertretung Gottes (bzw. Christi) verteilten sie die Gnadengaben, mussten zwischen Gut und Böse unterscheiden und die Menschen zu Gehorsam gegenüber Gott und den weltlichen Autoritäten anleiten.

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Gedanken zur Fastenzeit

Gedanken zur Fastenzeit

Besinnung auf das Wesentliche - Zeit der Umkehr… . Doch was ist das Wesentliche, das was letztlich zählt? An was hängen wir - de facto - unser Herz und wer ist für uns „Gott“, d. h. das Wichtigste in unserem alltäglichen Leben? Und warum und wohin umkehren? Sind wir denn nicht alle schon getauft? Umkehr bedeutet ja nichts anderes als seinen Weg, sein bisheriges Leben, grundlegend zu verändern. „Kehrt um, denn das Reich Gottes steht vor der Tür, es beginnt jetzt.“ Mit diesen Worten beginnt und überschreibt Jesus seine Botschaft. Und als er dies auch bei seinem ersten öffentlichen Auftreten in der seinem Heimatdorf Nazareth sagt, geraten die „Leute der Synagoge“ in Wut und wollen ihn den Abhang hinabstürzen (LK 4, 16-29). Denn sie waren ja schon gottesgläubig, das auserwählte Volk, schon beschnitten und gerettet, besuchten regelmäßig den Tempel – und gingen an den Menschen vorbei, die unter die Räuber gefallen sind.

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Helder Camara: Die 2 Lastkutscher

Lesung und Predigt Frankfurt, St. Georgen, den 13. November 1973
Helder Camara: Die beiden Lastkutscher

„Beide kamen mit einem voll beladenen Karren einher. Die Wege waren verschlammt, und beide Karren fuhren sich fest. Einer der beiden Kutscher war fromm. Er fiel mitten im Schlamm auf die Knie und begann, Gott darum zu bitten, er möge ihm doch helfen. Er betete, betete, betete ohne Unterlass und schaute dabei gen Himmel. Währenddessen fluchte der andere, krempelte aber die Ärmel hoch. Er suchte sich Zweige, Blätter und Steine zusammen. Er zog und zerrte am Karren. Er schimpfte dabei, was das Zeug hielt....

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