Gerechtigkeit – Bewahrung der Schöpfung

Wir wollen keine Kolonialwaren (mehr)!

Vorschlag: Warum nennen wir nicht alle Produkte, die nicht regional, fair und öko-logisch (nach strengen Kriterien) gekennzeichnet werden können, „Kolonialwaren“? Dazu würden dann u.a. auch Fleischprodukte von den Tieren gehören, die mit importierten Futtermitteln gemästet und/oder zusätzlich chemisch bzw. medizinisch aufgepäppelt wurden. (Vor 3 Monaten konnte ich in Chile sehen, wie u.a. „unsere“ Avocados produziert werden, danach war ich auch noch im, „Lithium-Dreieck“ im Norden Chiles, mit Bolivien und Argentinien). Als Slogan  der Kampagne daher: „Wir wollen keine Kolonialwaren (mehr)!“ Vielleicht könnte man an ein Negativ-Label denken: Alle Produkte, die - s. o., dürfen/sollen Kolonialwaren genannt werden.

Anknüpfen an die Diskussion im „Globalen Süden“: Ein zunehmend zentraleres Thema in den ehemaligen (?) Kolonien ist das Thema der Dekolonialisierung, mit anderen Worten: Denunzieren und Widerstand gegen die herrschende Neokolonialisierung (gleich Neoliberalisierun). Die Erinnerung an die Jahrtausende alten Weisheiten der indigenen Völker in Amerika, Afrika, Asien gewinnt dabei eine immer größere Bedeutung. So wird z.B. „Buen Vivir“ (gutes Leben) zunehmend als mögliche Alternative für das von Europa ausgehende Wirtschaftsmodell (Kapitalismus) diskutiert. Leider werden hierzulande in der aktuellen Diskussion um „buen vivir“ die tieferen Zusammenhänge (kulturell, phil.- theol.) oft kaum verstanden oder willkürlich benutzt. Die spirituellen Grundlagen der andinen Weltsicht wie auch anderer Jahrtausende alter Kulturen können Auswege aus der Sackgasse aufzeigen, in die uns die "Kosmovision" (Philosophie, Theologie, Wirtschaft) des christlichen Abendlands weltweit geführt hat. Siehe u.a. auch: Ein Vergleich der europäischen und der andinen  Kosmovision

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Vom Herrschen und vom Dienen, Mk10, 35-45

Das Schwerpunktthema von „nachhaltig predigen“ für das Kirchenjahr 20/21 lautet „abgebrannt…“. Und ja, der Menschheit ist es gelungen, viele für das permanente Wachstum lebensnotwendige Ressourcen buchstäblich zu verbrennen, der Treibstoff für die rasante Entwicklung der letzten 200 Jahre geht zu Ende, vor allem aber haben wir damit unseren Planeten derart „ins Schwitzen“  gebracht“, dass die Menschen und viele Tierarten dies nicht mehr ertragen können. Abgebrannt aber auch im übertragenen Sinn: Unser vorwiegend westlich geprägtes Lebensmodell, die Kosmovision weißer Menschen mit ihrem Wachstumswahn und ihrem extrem übersteigerten Individualismus, ist an seine Grenzen gestoßen bzw. hat sie schon überschritten. Die Verheißungen der Propheten und die Botschaft Jesu können uns die Kraft und den Mut geben, umzukehren. Die Beispiele vieler Menschen in der Nachfolge Jesu lehren uns, dass wir das schaffen können.

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Abendländische und andine Kosmovision - ein Vergleich

Abendländische und andine Kosmovision – ein Vergleich

Vorbemerkung

Es wird meist als selbstverständlich vorausgesetzt, dass das Christentum als eine europäische Religion verstanden wird. Dabei wäre eine Untersuchung über die geglückte oder nicht geglückte Inkulturation des Evangeliums als Zeugnis einer vorderasiatischen bzw. morgenländischen (!) Religionskultur in Europa vermutlich dringlicher und spannender als die entsprechenden Untersuchungen in Bezug auf Amerika. Dabei könnte die Frage aufgeworfen werden, ob das Evangelium dem Verständnis der indianischen (auch afrikanische, etc.) Völker nicht viel näher ist als den Völkern Europas und ob daher das Evangelium nicht auf dem „Umweg“ über die nichteuropäischen Völker die Europäer lernen könnten, das Evangelium unter Beachtung interkultureller Kriterien besser zu verstehen bzw. neu zu entdecken.

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