Theologie der Befreiung

Theologie der Befreiung ist eine Abkehr von der Theologie der abendländischen Christenheit, die im Kontext der „Sieger“ (Eroberer) formuliert und verkündet wurde. Sie ist eine Umkehr zu den biblischen Wurzeln und entstanden aus dem Glauben der Ausgegrenzten (der Opfer) an einen befreienden Gott. Sie ist nicht ohne Irrtümer, und sie braucht Unterstützung - aber keine Belehrungen „ex catedra“. Es ist nicht die Schuld der Ausgegrenzten, wenn sie von üppig ausgestatteten Theologiemaschinerien nicht verstanden werden bzw. sie nicht in deren vorgestanzten Formate passt. Wie kann man theologisch vorgeben, die Stimme der Armen zu hören (den Ruf Gottes), wenn die Armen, mit denen sich Jesus Christus identifiziert, selbst nicht als Subjekte in dieser Theologie vorkommen? Und wie christlich (von Jesus Christus her entwickelt statt von abstrakten Begriffen einer altgriechischen Philisophie) ist eine solche Theologie?

Wer tötete Oscar Romero?

Wer tötete Erzbischof Romero? Über die Mitschuld des Vatikans  (2015)

Unter diesem Titel erschien aus Anlass der Seligsprechung von Oscar Romero der folgende Beitrag von Christian Modehn vom religionsphilosophischen Salon in Berlin. Darin wird auf meine eigenen Arbeiten zu Oscar Romero verwiesen (Links im Text). Daher bringe ich diesen Beitrag auch auf meiner Homepage. Siehe auch meine Predigt zum 30. Todestag von Oscar Romero in Stuttgart, 2010 und Oscar Romero beim Papst, 1979 (W.K.) 

Der Religionsphilosophische Salon Berlin befasst sich auch mit Religionskritik. Deswegen werden manchmal auch Hinweise publiziert und dabei Fragen gestellt, die in der eigentlich dafür zuständigen kritischen Theologie und deren Publikationen einen Platz haben sollten, aber leider nicht haben. Offenbar sind den immer noch kirchenamtlich-gebundenen katholischen Theologen diese Themen „zu heiß“, also zu gefährlich - auch für die eigene Karriere. (C.M.)

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Wider die Habgier - Lk 12,13-21

Wider die Habgier – Die Geschichte vom reichen Kornbauer (Lk 12, 13-21)

Wenn man die vorliegende Geschichte, wie alle Gleichnisse Jesu, nicht wie gewohnt individualistisch verstehen und deuten will, sondern als Erzählung über die Welt, so wie sie von Menschen gemacht worden ist, dann steht der reiche Kornbauer für ein bestimmtes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem.

Eigentlich eine ganz einfache Geschichte, oder doch nicht? Jesus warnt, wie so oft, vor der Habgier. Denn sie versperrt den Weg zu Gott und den Mitmenschen. „Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier“ (Vers 15). 

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50 Jahre Theologie der Befreiung - und heute?

Aus der Perspektive der ehemals Kolonisierten ist die Theologie der Befreiung eine Abkehr von der Theologie der abendländischen Christenheit, die im Kontext der „Sieger“ (Eroberer) formuliert und verkündet wurde.Sie ist eine Umkehr hin zu den biblischen Wurzeln und entstanden aus dem Glauben der Ausgegrenzten an einen befreienden Gott. Sie ist gewiss nicht ohne Irrtümer, und sie braucht Unterstützung - aber keine Belehrungen „ex catedra“. Wie kann man theologisch vorgeben, die Stimme der Armen zu hören (den Ruf Gottes), wenn die Armen, mit denen sich Jesus Christus identifiziert, selbst nicht als Subjekte in dieser Theologie vorkommen? Und wie christlich, von Jesus dem Christus her entwickelt, statt von abstrakten Begriffen einer altgriechischen Philosophie, ist eine solche Theologie?

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Spiritualität wird hier als Kraft verstanden, sein Leben im Geiste und in der Nachfolge Jesu zu gestalten. Spiritualität bedeutet aus der Sicht der Armen, Gott inmitten ihres Leides und ihrer Hoffnungen als ein Gott des „Lebens in Fülle“ zu entdecken, der mit ihnen ist und sie führt. Aus der Sicht der „Reichen“ bedeutet Spiritualität, im leidenden Nächsten, das Antlitz des Gekreuzigten zu entdecken, sich mit dem Armen auf den Weg machen und mit ihm zusammen seine Sehnsucht nach dem Reich Gottes zu formulieren und im „Hier und Heute“ Gestalt zu verleihen.

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