Theologie

Theologie

50 Jahre Theologie der Befreiung - und heute?

Aus der Perspektive der ehemals Kolonisierten ist die Theologie der Befreiung eine Abkehr von der Theologie der abendländischen Christenheit, die im Kontext der „Sieger“ (Eroberer) formuliert und verkündet wurde.Sie ist eine Umkehr hin zu den biblischen Wurzeln und entstanden aus dem Glauben der Ausgegrenzten an einen befreienden Gott. Sie ist gewiss nicht ohne Irrtümer, und sie braucht Unterstützung - aber keine Belehrungen „ex catedra“. Wie kann man theologisch vorgeben, die Stimme der Armen zu hören (den Ruf Gottes), wenn die Armen, mit denen sich Jesus Christus identifiziert, selbst nicht als Subjekte in dieser Theologie vorkommen? Und wie christlich, von Jesus dem Christus her entwickelt, statt von abstrakten Begriffen einer altgriechischen Philosophie, ist eine solche Theologie?

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Brot für alle - weltweit

Die Speisung der Fünftausend (Mt 14, 13-21)

Im Zentrum der Botschaft Jesu steht die Verkündigung der Herrschaft Gottes, die jetzt und mit ihm beginnt. In der Herrschaft Gottes gelten ganz andere Gesetze, nämlich Liebe und Gerechtigkeit. Dies ist mit dem, was in unserer Welt geschieht, völlig unvereinbar. Denn in der „alten Welt“ herrschen die Gier nach Gold und Geld. Wen kümmert es da, wenn das einfache Volk bis aufs Blut geschunden wird, wenn es unter die Räuber fällt und selbst die „Frommen des Tempels“ ungerührt an den Opfern dieser politischen und wirtschaftlichen Strukturen (die von den Mächtigen zu ihrem Vorteil genau so eingerichtet wurden) vorbeigehen, weil sie nur um ihr eigenes Heil besorgt sind?

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Zum 90. Geburtstag von G. Gutierrez und J.B. Metz

Zum 90. Geburtstag von Gustavo Gutiérrez

- unter Berücksichtigung einiger Aspekte, die in „offiziellen“ Würdigungen oft zu kurz kommen.

"Theologie ist für mich wie das Schreiben eines Liebesbriefes an Gott, an die Kirche und an die Menschen selbst".

1. Der Mensch Gustavo Gutiérrez und sein Glaube

Gustavo Gutiérrez, geboren am 8. Juli 1928 im Zentrum von Lima, stammt aus einer Familie indigener Herkunft. Seit seiner Kindheit litt er unter einer schweren Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis), die ihn über sechs Jahre lang an einen Rollstuhl fesselte. Auch nachdem das Schlimmste überstanden war, litt er Zeit seines Lebens unter dieser Krankheit und deren Folgen. Trotz seiner Krankheit und der prekären Situation seiner Eltern (untere Mittelschicht) durfte er das Gymnasium besuchen. Wie er selbst sagte, hatte ihn seine Krankheit - oft große Schmerzen und wochenlang ans Bett gefesselt - schneller reifen lassen. Bereits als Schüler widmete er sich der Poesie und der Mystik. Besondere Aufmerksamkeit weckten in ihm die Schriften von Blaise Pascal und von dem Schriftsteller und Ethnologen José María Arguedas (Peru).

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