Aufgabe und Praxis der Kirche: Anklage und Verkündigung
Im Folgenden werden die zwei Organe vorgestellt, in denen die Campesinos selbst zu Wort kamen: „El Despertar“ und „Vamos Caminando“ (siehe eigenen Artikel). In der Stimme der Armen und Vergessenen Yahwes, der „Indios in den Anden und aller Indios dieser Welt“, kommt laut biblischer Tradition und im Selbstverständnis der Campesinos Gott selbst zu Wort. Dieses Wort zu hören ist eine zentrale Aufgabe derjenigen christlichen Kirchen, die aufgrund geschichtlicher und wirtschaftlicher Gegebenheiten nicht in dieser biblischen Unmittelbarkeit leben (können) und die aufgrund ihrer eigenen kulturellen Tradition und Herkunft eher dazu neigen, ihre eigenen indigenen europäischen Maßstäbe und Begriffe zu universal gültigen Maßstäben zu erklären. Die authentische Stimme der Campesinos zu hören ist umso wichtiger in Zeiten, in denen wieder, von den reichen Kirchen ausgehend, die Stimme der Campesinos zum Schweigen gebracht werden soll.
Zum Beispiel Barbarita: Ein Campesino - Mädchen wird Katechetin und Gemeindeleiterin (1963 – 1999)
"Barbarita war gerade 14 Jahre alt (1963) als sich in ihrer Comunidad (“Weiler”) die Nachricht verbreitete, dass neue Priester nach Bambamarca gekommen waren, die ganz anders als die bisherigen waren. Einer der drei neuen Priester ging sogar zu Fuß bis zu den entlegensten Comunidades. Dort sprachen die beiden über Jesus, sie hörten sich die Probleme der Leute an und schliefen sogar in deren Hütten. Ob das mit rechten Dingen zuging? Barbarita wurde neugierig...."
Lasst uns den Weg weitergehen! Ein Aufruf, treu zu bleiben! (Jesus Flores de La Loma)
"In den Anden im Norden Perus begann seit den Jahren 1962/63 in den Herzen der Gedemütigten eine Hoffnung zu keimen: eine Hoffnung auf ein Leben in Würde, in Gerechtigkeit und dass alle als Kinder des Einen Vaters ein Leben in Fülle haben mögen. Durch das Evangelium, das sie zum ersten Mal hörten, entdeckten sie, dass Gott selbst, Jesus Christus, mitten unter ihnen geboren wurde, um alle ihre Leiden und Hoffnungen mit ihnen zu teilen...."
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