Theologie der Befreiung

Theologie der Befreiung ist eine Abkehr von der Theologie der abendländischen Christenheit, die im Kontext der „Sieger“ (Eroberer) formuliert und verkündet wurde. Sie ist eine Umkehr zu den biblischen Wurzeln und entstanden aus dem Glauben der Ausgegrenzten (der Opfer) an einen befreienden Gott. Sie ist nicht ohne Irrtümer, und sie braucht Unterstützung - aber keine Belehrungen „ex catedra“. Es ist nicht die Schuld der Ausgegrenzten, wenn sie von üppig ausgestatteten Theologiemaschinerien nicht verstanden werden bzw. sie nicht in deren vorgestanzten Formate passt. Wie kann man theologisch vorgeben, die Stimme der Armen zu hören (den Ruf Gottes), wenn die Armen, mit denen sich Jesus Christus identifiziert, selbst nicht als Subjekte in dieser Theologie vorkommen? Und wie christlich (von Jesus Christus her entwickelt statt von abstrakten Begriffen einer altgriechischen Philisophie) ist eine solche Theologie?

Globalisierung - aus biblischer Perspektive

"Als Christen in Deutschland befinden wir uns eher in der Situation des Priesters oder Leviten, die gewohnheitsmäßig ihren Weg zum Gottesdienst im Tempel in Jerusalem gehen. Sie können gar nicht sehen, dass der unter die Räuber Gefallene etwas mit ihnen zu tun haben könnte und erstrecht nicht mit ihrem eigenen Glauben an Gott. Der Mensch im Straßengraben wird nicht als Mensch und nicht als Opfer erkannt. Es zählt nur das Opfer im Tempel. Jesus aber stellt diese religiöse Ordnung auf den Kopf. Es gibt nichts Wichtigeres als der Mensch im Straßengraben. Er ist das „Sakrament Gottes“ (G. Gutiérrez). .....
... Im Bezug auf die massenhaft Ausgeschlossenen - weltweit - sind wir es, die nicht unmittelbar betroffen sind. Wir hier gehören alle zu einer mehr oder weniger bürgerlichen Mittelschicht, wir sind nicht die unmittelbaren Opfer. Dennoch gilt auch für uns das Beispiel des Samariters, oder z.B. die Stelle in MT 25 vom Weltgericht (mit Hungernden das Brot teilen, und viele andere Beispiele Jesu). Wie also wirklich das Brot teilen mit denen, denen man es wegnimmt? 
 
Globalisierung - aus der Sicht der Opfer                                                                           Vortrag auf der Studienklausur der Kath. Fakultät Mainz aus Anlass des 60. Geburtstages von Prof. Johannes Meier! (2008)

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DIE Sünde der Welt (Röm)

Die Sünde der Welt – das Leben aus dem Fleisch (Röm 8, 4-17; Joh 1-13)
 
Es geht hier nicht um eine neuerliche Exegese einer Textstelle, sondern anhand dieses Abschnitts soll das Grundanliegen von Paulus herausgestellt werden. Dies geschieht aus der Perspektive der Ausgegrenzten und Verachteten dieser Welt - d.h. aus einer nichteuropäischen, nämlich aus einer biblischen Perspektive.  Für sie sind die bestehenden Verhältnisse (die Welt, so wie sie ist) eine Aktualisierung der Zustände zur Zeit Jesu Christi, der zum Tod verurteilt wurde, weil er den herrschenden Götzendienst als solchen verurteilte. Vor allem Paulus und Johannes stellen diesen Glauben Jesu in den Mittelpunkt ihrer Verkündigung. 

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Die Mythen des Kapitalismus

„Das Gold von Cajamarca“ (1)

„Der Kapitalismus ist kalt, kalt wie alles, das aus Metall ist. Es interessieren ihn weder die Menschen noch die Völker. Es interessieren ihn allein die Gewinne. Menschen und Völker interessieren ihn nur in dem Maße, in dem sie ihm Gewinne versprechen. Um Gewinne verschlingen zu können, verschlingt er Menschen und Völker. Er ist kalt, er hat kein Herz. Unser Land, wie viele andere Länder in Lateinamerika, ist schon seit langem in die Klauen dieses Monsters gefallen. Wir hängen auf vielfältige Weise von ihm ab. Wir sind sein Spielzeug“ (2).

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Theologie

 

Spiritualität wird hier als Kraft verstanden, sein Leben im Geiste und in der Nachfolge Jesu zu gestalten. Spiritualität bedeutet aus der Sicht der Armen, Gott inmitten ihres Leides und ihrer Hoffnungen als ein Gott des „Lebens in Fülle“ zu entdecken, der mit ihnen ist und sie führt. Aus der Sicht der „Reichen“ bedeutet Spiritualität, im leidenden Nächsten, das Antlitz des Gekreuzigten zu entdecken, sich mit dem Armen auf den Weg machen und mit ihm zusammen seine Sehnsucht nach dem Reich Gottes zu formulieren und im „Hier und Heute“ Gestalt zu verleihen.

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