Theologie der Befreiung

Theologie der Befreiung ist eine Abkehr von der Theologie der abendländischen Christenheit, die im Kontext der „Sieger“ (Eroberer) formuliert und verkündet wurde. Sie ist eine Umkehr zu den biblischen Wurzeln und entstanden aus dem Glauben der Ausgegrenzten (der Opfer) an einen befreienden Gott. Sie ist nicht ohne Irrtümer, und sie braucht Unterstützung - aber keine Belehrungen „ex catedra“. Es ist nicht die Schuld der Ausgegrenzten, wenn sie von üppig ausgestatteten Theologiemaschinerien nicht verstanden werden bzw. sie nicht in deren vorgestanzten Formate passt. Wie kann man theologisch vorgeben, die Stimme der Armen zu hören (den Ruf Gottes), wenn die Armen, mit denen sich Jesus Christus identifiziert, selbst nicht als Subjekte in dieser Theologie vorkommen? Und wie christlich (von Jesus Christus her entwickelt statt von abstrakten Begriffen einer altgriechischen Philisophie) ist eine solche Theologie?

Die Herausforderung einer Option für die Armen

"Als theologische Herausforderung auf den Punkt gebracht: die strukturelle Verstrickung mit dem „System“, gerade auch finanziell, bringt Theologen und Bischöfe strukturell und systematisch in Gefahr, als „Hoftheologen des Pharao“ wahrgenommen zu werden. Wie kann man dem versklavten Volk die Befreiung verkünden, wenn man im Dienste des Pharao steht? Die Theologie hat dann eine Chance und wird unentbehrlich, wenn sie ihre prophetische Rolle wiederfindet und mit Gemeinden zusammen die Umkehr wagt...".

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Option für die Armen

Die Option für die Armen als Primat des Evangeliums

„Seitens der Kirche müssen wir aufzeigen, dass wir mit der Armut kein ‚weltliches Problem’ vor uns haben, sondern ein theologisches Problem. Gott will alle Menschen in der Welt lieben und nicht nur die 25%, die in den reichen Ländern leben. Das Beispiel Jesu zeigt, dass Gott die Armen liebt“ (1).

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Theologie der Befreiung als neue Theologie?

Im SS 1972 hat sich in Frankfurt, St. Georgen, der erste „Studienkreis Theologie der Befreiung“ in Deutschland gebildet, noch vor Erscheinen des Buches „Theologie der Befreiung“ von Gustavo Gutiérrez in deutsch. Hier ein Referat WS 73/74.: "Die wahre Kirche, die Kirche Jesu Christi, wird in erster Linie von denen repräsentiert, die in dem Erlösungswerk, im Befreiungsgeschehen Christi in der ersten Reihe stehen und dadurch wie er selbst Verfolgung, Ausgrenzung und sogar den Tod erleiden. Verbürgerlichte Christen und Kirchenführer, Stützen und Rechtfertiger eines unmenschlichen Wirtschaftssystems, stehen in ihrer Praxis im Widerspruch zur Botschaft und zum Leben Jesu. Eine solch reiche und angepasste Kirche, ist ein Widerspruch in sich. Sie hat jedes Recht und jede Autorität verloren, sich Kirche Jesu Christi zu nennen. Sie ist in Wahrheit eine „römische Kirche“, die die weltweit herrschende „Pax Romana“ („Amerikana“) rechtfertigt."

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Spiritualität wird hier als Kraft verstanden, sein Leben im Geiste und in der Nachfolge Jesu zu gestalten. Spiritualität bedeutet aus der Sicht der Armen, Gott inmitten ihres Leides und ihrer Hoffnungen als ein Gott des „Lebens in Fülle“ zu entdecken, der mit ihnen ist und sie führt. Aus der Sicht der „Reichen“ bedeutet Spiritualität, im leidenden Nächsten, das Antlitz des Gekreuzigten zu entdecken, sich mit dem Armen auf den Weg machen und mit ihm zusammen seine Sehnsucht nach dem Reich Gottes zu formulieren und im „Hier und Heute“ Gestalt zu verleihen.

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