Katholische Kirche (weltweit)

Medellín: Auf dem Weg zu einer katholischen Kirche…

Medellín: Auf dem Weg zu einer katholischen Kirche

Eine Selbstbesinnung der Kirche auf ihren Platz als arme Kirche an der Seite der Armen gehört wohl zu den wertvollsten Früchten des Zweiten Vatikanischen Konzils. Besonders die katholische Kirche in Lateinamerika hat diesen Impuls aufgegriffen und auf den Konferenzen des Lateinamerikanischen Bischofsrats (CELAM) in Medellín (1968) und Puebla (1979) wegweisende Beschlüsse gefasst und einen profunden Einfluss auf die Befreiungstheologie ausgeübt. Auch wenn der Weg der Kirche zu einer armen Kirche der Armen – vor allem in der nördlichen Hemisphäre – noch weit ist und die entsprechenden Entwicklungen in Lateinamerika später auch diskreditiert worden sind, so haben die Impulse von Medellín und der Nachfolgekonferenzen doch eine fruchtbare und nicht mehr zu beseitigende Wirkung gezeitigt. Nicht zuletzt die Gemeinsame Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland in Würzburg (1971-1975) und die Rottenburger Diözesansynode (1985/1986) haben die Programmatik einer „Option für die Armen“ explizit aufgegriffen und sich damit identifiziert.

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Die Dokumente von Medellín

Die Dokumente von Medellín und ihre Bedeutung für die Zukunft einer erneuerten Kirche

Fazit: Ohne Umkehr läuft die Kirche Gefahr, zum nützlichen Idioten des herrschenden Götzendienstes zu werden. Stattdessen: Eine prophetische Kirche, die die „Strukturen der Sünde“ als solche benennt, sie anklagt und das verkündet, was auch das Grundanliegen Jesu ist: das Reich Gottes ist nahe! Ein gutes Leben für alle im Rahmen der planetarischen Grenzen. Das sakramentale Zeichen dafür ist die Feier der Eucharistie: Danksagung - Brotteilen - zeichenhafte Vorwegnahme der Gemeinschaft aller mit Gott.

Schon Karl Rahner sagte, dass das II. Vatikanum die “Enteuropäisierung” der Kirche und die Öffnung auf eine wahrhaft katholische Kirche bedeutete. Doch erst Medellín konnte diesen Schritt wagen und die “konstantinische Allianz” (M.-D. Chenu) mit der Macht gebrochen werden. Medellín öffnete den Weg hin zu einer Kirche auf der Seite der Ohnmächtigen, inkarniert in die Welt der Armen und als Begleiterin des Volkes auf seinem Weg der Befreiung. 

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Auf dem Weg zu einer kath. Kirche

Medellín: Auf dem Weg zu einer katholischen Kirche…

I.  Rückblick auf das 2. Vat. Konzil

In Zentrum standen (noch) die Themen und Sorgen der westeuropäischen Länder. Bischöfe und Theologen aus Deutschland, Holland, Frankreich und Belgien bestimmten weitgehend Tagesordnung und Thematik. Selbst in „Gaudium et Spes“ dem wohl am meisten in die Zukunft weisenden Dokument, spielt die Situation in den „unterentwickelten“  Ländern keine oder kaum eine Rolle. Man öffnet sich zwar der Welt, doch man meint die Welt der höchst entwickelten Länder, die Welt der liberalen und modernen Gesellschaften. Die Kirche suchte auf dem Konzil mit diesen Gesellschaften „Frieden“ zu schließen, bzw. sich zu versöhnen. Die Autonomie des „Weltlichen“ und die Religionsfreiheit wurden anerkannt, der Dialog mit den Religionen begann. Als großes Problem wird der zunehmende Atheismus gesehen. Doch das Thema, das Papst Johannes XXIII. vor Eröffnung des Konzils angesprochen hatte, eine Kirche der Armen, war zwar nicht ganz vergessen, spielte aber eine eher marginale Rolle.

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