Katholische Kirche (weltweit)

Die Dokumente von Medellín

Die Dokumente von Medellín und ihre Bedeutung für die Zukunft einer erneuerten Kirche

Fazit: Ohne Umkehr läuft die Kirche Gefahr, zum nützlichen Idioten des herrschenden Götzendienstes zu werden. Stattdessen: Eine prophetische Kirche, die die „Strukturen der Sünde“ als solche benennt, sie anklagt und das verkündet, was auch das Grundanliegen Jesu ist: das Reich Gottes ist nahe! Ein gutes Leben für alle im Rahmen der planetarischen Grenzen. Das sakramentale Zeichen dafür ist die Feier der Eucharistie: Danksagung - Brotteilen - zeichenhafte Vorwegnahme der Gemeinschaft aller mit Gott.

Schon Karl Rahner sagte, dass das II. Vatikanum die “Enteuropäisierung” der Kirche und die Öffnung auf eine wahrhaft katholische Kirche bedeutete. Doch erst Medellín konnte diesen Schritt wagen und die “konstantinische Allianz” (M.-D. Chenu) mit der Macht gebrochen werden. Medellín öffnete den Weg hin zu einer Kirche auf der Seite der Ohnmächtigen, inkarniert in die Welt der Armen und als Begleiterin des Volkes auf seinem Weg der Befreiung. 

Und mit Papst Franziskus, der vom äußersten Rand der Welt kommt (nicht nur geographisch), kann  es gelingen, der Kirche ein neues Gesicht zu geben, um so den unerschöpflichen Reichtum des Evangeliums neu zu entdecken. Wir müssen nur noch die uns gereichte Hand ergreifen...!

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Auf dem Weg zu einer kath. Kirche

Medellín: Auf dem Weg zu einer katholischen Kirche…

I.  Rückblick auf das 2. Vat. Konzil

In Zentrum standen (noch) die Themen und Sorgen der westeuropäischen Länder. Bischöfe und Theologen aus Deutschland, Holland, Frankreich und Belgien bestimmten weitgehend Tagesordnung und Thematik. Selbst in „Gaudium et Spes“ dem wohl am meisten in die Zukunft weisenden Dokument, spielt die Situation in den „unterentwickelten“  Ländern keine oder kaum eine Rolle. Man öffnet sich zwar der Welt, doch man meint die Welt der höchst entwickelten Länder, die Welt der liberalen und modernen Gesellschaften. Die Kirche suchte auf dem Konzil mit diesen Gesellschaften „Frieden“ zu schließen, bzw. sich zu versöhnen. Die Autonomie des „Weltlichen“ und die Religionsfreiheit wurden anerkannt, der Dialog mit den Religionen begann. Als großes Problem wird der zunehmende Atheismus gesehen. Doch das Thema, das Papst Johannes XXIII. vor Eröffnung des Konzils angesprochen hatte, eine Kirche der Armen, war zwar nicht ganz vergessen, spielte aber eine eher marginale Rolle.

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50 Jahre Medellín

Mein Vortrag am 13. April in Medellín

Vor 50 Jahren, vom 26. 8 - 08. 9. 1968, fand in Medellín, Kolumbien, die 2. Generalversammlung der Bischöfe Lateinamerikas statt. Die dort gefassten Beschlüsse gelten als die bisher wichtigsten Texte der Kirche in Lateinamerika und der katholischen Kirche weltweit. Es ist ein fundamentales Vermächtnis von Medellín, eine Kirche der Armen, ebenso eine Kirche im Dienste der Menschen, besonders der „Bedrängten aller Art“ und eine „österliche Kirche“ zu werden. Aus diesem Anlass und unter diesem Motto fand das diesjährige Treffen der Fidei-Donum-Priester* in Medellín statt. Eingeladen als Referenten waren vier kolumbianische Theolog*innen. Neben den Priestern nahmen sechs Laientheolog*innen teil. Als der erste Laientheologe im missionarischen Dienst (1976) werde ich regelmäßig zu den Treffen eingeladen, diesmal auch als Referent.

Lateinamerikanische Kirchenhistoriker bezeichnen die Zeit von 1965 – 68 als die Periode, in der in so kurzer Zeit auf kontinentaler Ebene so wie nie zuvor so viele Bewegungen entstanden sind (Priester und Laien), die alle ein Ziel hatten: a) Hören und sehen, was die Menschen bewegt, worunter sie leiden und worauf sie hoffen, b) dies analysieren und im Lichte des Evangeliums neu deuten und c) Folgerungen für die Theologie, vor allem aber für die praktische Pastoral zu ziehen. Soziokulturelle und sozioökonomische Studien sollten helfen, die Zeichen der Zeit – und letztlich das Evangelium – besser oder gar neu verstehen zu können und ein neues Bewusstsein für eine notwendige Veränderung zu schaffen.

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