Agenda 2030 - Thesen

Dortmunder Thesen (22. Juni 2019 - im Rahmen des EV. Kirchentages)

Wir bekennen uns zu den Zielen des konziliaren Prozesses Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung von 1983. Diese Ziele bilden eine untrennbare Einheit. In der DDR hat dieser Prozess wesentlich zum Fall der Mauer durch die friedliche Revolution in der DDR beigetragen. Weitere Mauern müssen fallen. Wir setzen uns für ein gutes Leben für alle innerhalb der planetarischen Grenzen unserer Erde ein. Deswegen arbeiten wir an der Überwindung eines auf Wachstum, Wohlstand und Geldvermehrung angelegten Lebensstils der Gesellschaften im globalen Norden und der reichen Oberschichten im globalen Süden.

Einleitung und Kontext: (w.k.) Wir scheinen nun vor einem Epochenwechsel globalen Ausmaßes zu stehen*: Über Tausende von Jahren hat die Menschheit bestimmte Verhaltensregeln entwickelt, um die destruktiven Seiten des Menschen einigermaßen zu zähmen und die Gleichheit aller Menschen zu entwickeln (Kultur, Humanismus, Menschenwürde). Doch nun scheint dies zur Disposition zu stehen: Die Gier, die man über Jahrtausende hinweg versuchte, ansatzweise in den Griff zu bekommen, wird nun zur Grundlage allen Wirtschaftens gemacht. Das „Immer mehr, jeder für sich und einer gegen alle, wer etwas hat, der hat Recht und wer nichts hat, hat bestenfalls Pech gehabt oder ist selbst schuld“ wird zur Grundregel unseres Wirtschaftens und Zusammenlebens erklärt – angeblich ohne jede Alternative. Ihr Gott ist das Geld und die Gier nach immer mehr Besitz und Macht ist die weltweit herrschende Religion. Zurück in die Steinzeit im Namen des Fortschritts? Das Sprechen von Solidarität oder gar Fordern nach mehr Gerechtigkeit gelten schon als Zeichen von Senilität. „Die bestehende Weltordnung basiert auf dem Recht des Stärkeren und der absoluten Vorherrschaft des Kapitals. Der wirtschaftliche Kreislauf wird allein von den Interessen der global Herrschenden bestimmt und führt zu immer mehr Reichtum und Macht für Wenige.“ (Aus Willi Knecht: „Kirche der Befreiung“, St. Georg, Ulm 1984).

Die satanische Versuchung, wie Gott sein zu wollen, ist in der bestehenden Weltordnung erstmals global installiert, sie ist „Fleisch geworden“. Die Dreifaltigkeit des Freien Marktes – Privatisierung, Deregulierung und drastische Einschnitte bei Sozialausgaben – ist zu einem nicht mehr hinterfragbaren Glaubensinhalt geworden, zum Dogma, zu dem es keine Alternative gibt. Strukturen, die von Menschen gezielt so eingerichtet wurden, dass einige Wenige sich hemmungslos auf Kosten anderer bereichern können, werden zum Naturgesetz erklärt. Die Anbetung der neuen Götter und Götzen, nämlich der Glaube an die unbegrenzte Macht des Kapitals und dessen stetiger Vermehrung, verspricht uns zwar alle Reichtümer dieser Welt, eine unbegrenzte Macht über Menschen und eine totale Verfügbarkeit über die Güter dieser Erde – eine gefährliche, schreckliche Versuchung! Dieser (Aber-) Glaube jedoch führt in den Abgrund. 

Dortmunder Thesen (22. Juni 2019)

Wir bekennen uns zu den Zielen des konziliaren Prozesses Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung von 1983. Diese Ziele bilden eine untrennbare Einheit. In der DDR hat dieser Prozess wesentlich zum Fall der Mauer durch die friedliche Revolution in der DDR beigetragen. Weitere Mauern müssen fallen. Wir setzen uns für ein gutes Leben für alle innerhalb der planetarischen Grenzen unserer Erde ein. Deswegen arbeiten wir an der Überwindung eines auf Wachstum, Wohlstand und Geldvermehrung angelegten Lebensstils der Gesellschaften im globalen Norden und der reichen Oberschichten im globalen Süden.

Alle Menschen sind individuelle Lebewesen und haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Sie sind ebenso Teil einer großen Schöpfung. Wenn Menschen diese Schöpfung zerstören, zerstören sie sich selbst. Die Erde gehört Gott – und ihre Gaben allen Menschen. Die Liebe zu dieser Schöpfung treibt uns zu einem mutigeren und entschiedeneren Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung,

Beschreibung und Analyse

Heute im Jahr 2019 müssen wir nüchtern feststellen, dass die Menschen nur wenig unternommen haben, um den Zielen des Konziliaren Prozesses näherzukommen.

Die ökologischen, ökonomischen und sozialen Krisen verschärfen sich und gefährden zunehmend die biologische Vielfalt, über kurz oder lang alles Leben auf der Erde.

Eine globale Konsumentenklasse setzt gnadenlos ihre Interessen durch, ohne auf die Bedürfnisse des Planeten Erde und der Menschen, die darauf leben (werden) Rücksicht zu nehmen.

Die Werte und Einsichten des konziliaren Prozesses, ja des christlichen Glaubens selbst, werden durch die an Kapitalvermehrung um jeden Preis orientierten (finanzmarkt-)kapitalistischen Regulationsweise systematisch untergraben. All dies ist in einem grenzenlosen neokapitalistischen System nicht umsetzbar!

- Gerechtigkeit: Der auf Konkurrenz, Ausgrenzung und dem Gegensatz von Kapital und Arbeit aufbauende kapitalistische Marktmechanismus führt zwangsläufig zu einer unversöhnlichen Spaltung der Menschheit und zu immer größerer sozialer Ungleichheit.

- Frieden: Profitstreben und Verdrängungswettbewerb um die knappen Ressourcen führen systemnotwendig zu gewalttätigen Landnahmen, einer wahnwitzigen Aufrüstung und permanenter Kriegsgefahr.

- Bewahrung der Schöpfung: Kapitalakkumulation ist nur bei stetigem Wirtschaftswachstum möglich. Dies führt notwendigerweise zu einer grenzenlosen Ausbeutung der Ressourcen der Erde und zu einer zerstörenden Belastung des Ökosystems.

Forderungen und Wünsche

Von den Kirchen auf der ganzen Welt wünschen wir uns die Priorität für ein Grenzen setzendes, aus der Liebe zur Erde geborenes Engagement für Werte und Ziele des konziliaren Prozesses. Wir fordern die Kirchen auf, sich aktiv, eindeutig und engagiert für diese Umkehr im Denken und Handeln einzusetzen; wir sprechen damit sowohl die Leitungen der Kirche wie auch die Gemeinden an.

Wir setzen uns für ein entschiedenes Umdenken aller wohlhabenden Menschen ein. Denn sie sind die Pioniere, an deren Produktions- und Konsummuster sich andere in verhängnisvoller Weise orientieren. Wir fordern einen sorgenden, solidarischen und achtsamen Umgang mit dem Planeten Erde und allen darauf lebenden Wesen. Darüber hinaus fordern wir eine generelle Neuorientierung von Wirtschaft und Gesellschaft.  Sorge, Pflege und Achtsamkeit müssen im Vordergrund stehen.

Konkret unterstützen wir für das Jahr 2020 einen Umkehrtag zu Gerechtigkeit, Frieden und Integrität der Schöpfung, an dem konkrete Schritte der Umkehr formuliert und hörbar in den gesellschaftliche Diskurs eingebracht werden. Wir hegen die Hoffnung, dass die Erfahrungen von 1989 auch zu grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen ab dem Jahr 2020 beitragen können.

Verbündete

Wir unterstützen die 17 Ziele der UN- Agenda 2030, weil sie im Sinne des Konziliaren Prozesses eine grundlegende Transformation der Gesellschaft fordern und ins Werk setzen wollen. Sie gelten für alle und ihre 17 zentralen Zielbündel sind weitgehend gesellschaftlich anerkannt. Sie weisen in eine richtige Richtung, auch wenn sie die systembedingten Ursachen der multiplen Krisen keineswegs klar genug benennen. Allerdings ist der damit angemahnte Weg, den alle Staaten zu gehen haben, ohne grundlegende Änderungen des bisherigen Wirt­schafts­modells und Lebensstils (Auszug) nicht machbar. Die Bibel belehrt uns, dass wir eigene Bedürfnisse nicht absolut setzen dürfen; auch wird es als Grundsünde angesehen, sich an die Stelle Gottes setzen zu wollen. Den Weg der Befreiung haben wir alle nötig. Wir ahnen: Er führt über eine pluralitätsfähige Hinkehr zum Gott des Lebens, hinein in einen grundlegenden Auszug (Exodus), möglicherweise in das Exil, in jedem Fall zu einem grundlegenden Neuanfang auf den Grundlagen einer begrenzten Freiheit (10 Gebote).

Denn um uns herum ist immer mehr haben, der Natur immer mehr abjagen und im globalen Wettbewerb aller gegen alle an sich ziehen zu wollen der Tendenz nach zur einzigen Geschäftsgrundlage geworden, die „im richtigen Leben noch zählt“. Mit viel Anstrengung werden wir dem mit der Agenda 2030 wirksame Grenzen setzen können. Da die Agenda 2030 jedoch keine Abkehr von der systembedingten Wachstumsideologie vorsieht, steht sie sich, was die Umsetzung ihrer Anliegen und Ziele betrifft, oftmals auch selbst im Weg. Es ist die Aufgabe der jeweils Beteiligten, fehlende Aspekte aus der Sicht der ökumenischen (und zunehmend auch der inter-religiösen) Bewegung zu ergänzen und die Defizite der Agenda 2030 mittels konkreter Vorschläge konstruktiv zu bearbeiten.

Die Teilnehmenden unterstützen in diesem Sinne alle Bewegungen und gesellschaftlichen Initiativen, die mit den Werten und Zielen des konziliaren Prozesses vereinbar sind. Sie solidarisieren sich exemplarisch mit der aktuellen „Fridays for future“ Bewegung und der Extinction Rebellion.

Der Ökumenische Ratschlag dient als regelmäßiges Beratungstreffen für das ökumenische Netz in Deutschland, in dem zahlreiche Basisinitiativen, Netzwerke und "think tanks" zusammenwirken.

*  Klimakatastrophe: Es geht um das Überleben der menschlichen Zivilisation – als Folge dieser barbarischen Ideologie....


Gedankensplitter: (w.k.)

  • Eine prophetische Kirche: neue radikale Ansätze, verknüpft mit zentralen biblischen Aussagen; Anklage und (Denunzierung) zum Himmel schreiender Missstände (vergl. Medellín 1968), Analyse und Deutung im Lichte der Botschaft Jesu. Widerstand und Verkündigung einer „besseren“ Welt in der Nachfolge Jesu.
  • Option um der Armen willen als unser biblisches Fundament
  • 3. Weltkrieg gegen die Schöpfung und gegen die Armen (Güter der Mutter Erde, für alle Menschen, alle „Kinder Gottes“, Vergesellschaftung öffentlicher Güter - Gegen die Verabsolutierung von Privateigentum, etc.)
  • Verbindliche Notstandsgesetze - Weltinnenpolitik
  • Neues Narrativ (neue „Festplatte“). Systemfrage als DIE Grundfrage: Von den Rändern der Welt, den Opfern der Geschichte und Gegenwart ausgehen (der unter die Räuber Gefallenen > Kampf gegen die Räuberbanden)

Nicht nur Erfüllungsgehilfen, sondern auch MahnerTagung in Bad Boll nimmt die Rolle der Religionen bei der Agenda 2030 in den Blick.

Religionen sind wichtige Motoren bei der Umsetzung der Agenda 2030. Allerdings sind sie mehr als nur Erfüllungsgehilfen der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen. Religionen sind auch wichtige Mahner und Mittler bei Klimaschutz, Gerechtigkeit und Wachstumsgrenzen. Eine Tagung in der Evangelischen Akademie in Bad Boll ist der Frage nachgegangen, wie einzelne Religionen die SDGs beurteilen. Teilnehmer aus ganz Deutschland haben zusammen mit überwiegend internationalen Mitarbeitern von KASA, ZEB, CLEAN Africa, EPiZ Reutlingen und Oikokredit, Wege der konkreten Umsetzung der Agenda 2030 Entwicklungsziele diskutiert. „Religionen stehen für eine Spiritualität des Lebens. Sie erweitern den bisher stark auf die Bedürfnisse der Menschen und auf das Wirtschaftswachstum fokussierten Blick der Agenda 2030“, sagte Dr. Wolfram Stierle vom BMZ. Insgesamt mahnten Religionen „mehr Transformationsehrlichkeit an, wo die reichen Länder noch weit entfernt seien von einer ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltigen Entwicklung.“

Haladhara Thaler von der Hindu-Gemeinde Berlin zeigte auf, welch hohen Stellenwert der Naturschutz im Hinduismus hat. „Das Erbe des Hinduismus ist eine enorme Wertschätzung der Natur in all ihren Aspekten, den Beziehungen der Pflanzen, Tiere und Menschen untereinander“, sagte Thaler. Die Lehren der vedischen Kultur eröffneten und erklärten Zusammenhänge, die zum achtsamen und ehrenden Umgang mit allem Bestehenden.

Manfred Folkers vom Rat der deutschen buddhistischen Union ging der Frage nach: „Wie geht genug?“ Gier und Hass hätten sich zu Gesetzmäßigkeiten aufgeschwungen, sagte Folkers und bezeichnete die gegenwärtig vorherrschende Ökonomie als „Gier-Wirtschaft“, „die mit ihren Peitschen „Gewinnstreben“ und „Wettbewerbskampf“ mit Hochdruck dafür sorgt, dass die Erde geplündert wird und die Zukunftsfähigkeit der menschlichen Gesellschaft in Frage gestellt ist.“

Athena Peralta, die von den Philippinen stammt und beim Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) das Programm „Ökonomie für das Leben“ leitet, verwies darauf, dass Ungleichheit ein treibender Faktor für die Armut sei. „Wenn wir als Christen von der Armut vieler Menschen alarmiert sind, müssen wir vor allem die Ungleichheit anschauen.“ Es sei alarmierend, wie die finanzielle Elite sich mehr und mehr in die Politik einmische und Gesetze und Institutionen bestimme. „Wenn wir das bisherige Entwicklungsmodell promoten, können wir den Planeten nicht mehr retten.“

Werner Gebert vom Freundeskreis des Plädoyers für eine ökumenische Zukunft unterschied in seiner Wachstumskritik zwischen den lebensfeindlichen Bereichen, die um des Gemeinwohls will nicht weiterwachsen sollten, und den Bereichen, in denen ein Wachstum durchaus zu begrüßen sie wie z.B. die Zahl und die Bezahlung der Pflegekräfte, die Zahl der ökologisch arbeitenden Bauernhöfe, der Mindestlohn, die Absicherung im Alter, die Gerechtigkeit im Welthandel, die schnelle Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele…  „Niemand soll uns vorwerfen, wir seien Wachstumsgegner. Im Gegenteil. Wir wollen leben nach dem Motto:  Alles soll wachsen, was das Leben schön, lebenswert und nachhaltig macht. Nicht wachsen darf die Ungerechtigkeit“.

Kurzfassung der „Bad Boller Nachhaltigkeitsthesen“ (zur Diskussion)

  1. Kirchen und Religionen wissen: Gutes Leben braucht eine „Ethik des Genug“.
  1. Wir bekräftigen unsere spirituelle Verbindung mit der Schöpfung. Sie besteht in einer neuen Demut, die die Bedürfnisse allen Lebens auf der Erde respektiert.
  1. Das globale System ist krank. Gesundung erwächst aus einer „Ökonomie des Lebens“, die Widerstand leistet gegen Profitinteressen und Aufrüstung.
  1. Ohne die Mitwirkung von Kirchen und Religionsgemeinschaften kommt die Gesundung der Gesellschaft nicht voran.
  1. Kirchen und Religionsgemeinschaften fordern einen grundlegenden Kulturwandel. Ihre Erkenntnisse aus ihren Traditionen, z.B. dem Konziliaren Prozess (Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung) können ihn inhaltlich qualifizieren.
  1. Kirchen und zivilgesellschaftliche Gruppen müssen konkrete Forderungen an die Politik stellen: Beschleunigter Kohleausstieg, keine fossilen Autoantriebe, keine Bienenkiller...
  1. Entwicklung muss die Perspektive der Armen berücksichtigen; sie muss nachhaltig sein und sich einer „Ökonomie der Gier“ entgegenstellen.
  1. Es gilt, eine moralische spirituelle Wende hin zu einer Spiritualität der Nachhaltigkeit in Politik und Wirtschaft zu stärken.
  1. Religionen und Kirchen müssen den weltweiten Einsatz von Jugendlichen für eine von ökonomischer Tyrannei freien Zukunft kräftig unterstützen.
  1. Wir brauchen eine internationale Steuerbehörde, die für Wiedergutmachung und eine gerechte Verteilung von Reichtum in und zwischen den Ländern sorgt.
  1. Wir kämpfen für eine Politik, die sich gegen einen industrieorientierten Lobbyismus stellt und stattdessen ein planetarisches Fürsorgedenken praktiziert.
  1. Entscheidend für das Gelingen der Agenda 2030 ist ein innovatives Bildungswesen, das die Basis für ein neues Narrativ, eine sinnstiftende Erzählung, entwickelt. Das Zukunftsnarrativ gilt dem Kosmos und nicht dem Markt.
  1. Transformative Spiritualität soll unser Denken und Handeln bestimmen. Sie leistet einen kreativen Widerstand gegen alle lebenszerstörenden Werte und Systeme.
  1. Es braucht eine Analyse, warum so viele Menschen unter die Räuber gefallen sind. Eine entsprechende Politik ist friedensstiftend, partizipatorisch, nachhaltig und nimmt die religiösen Traditionen der Menschheit auf.      
  1. Kirchen müssen ihre Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Agenda 2030 erheblich ausweiten, da ihr beträchtliches Engagement kaum bekannt ist.

Einige Kritikpunkte an den SDG - ausgehend von grundsätzlicher Unterstützung – als 1. Schritt (w.k.)

  • Priorität für industrielles Wachstum (einschließlich Landwirtschaft als „Kampf gegen den Hunger“).
  • Privatfinanzierung der EZ (siehe u.a. Marshallplan für/mit Afrika, Freihandel mit MercoSur, u.a.).
  • Ausklammern der realen Machtinteressen und Machtverhältnissen – stattdessen „Macht von unten“.
  • Ursachen der Missstände kaum analysiert (Neo) - Kolonialismus, imperiale Lebensweise. 
  • Keine verbindlichen Rechtsnormen bzw. Instanz, die diese durchsetzen könnten (UNO wird blockiert).
  • Kein Wandel ohne Umkehr (spirituelle Dimension – Kernaufgabe der Kirchen; neues Narrativ: ausgehend von den Opfern, von den Rändern der Welt – Rückbesinnung auf zentrale biblische Inhalte!).
  • Wachstum um des Wachstums willen (Wachstum wie eine wuchernde Krebszelle)
  • Technologische Lösungsvorschläge – festhalten am Machbarkeitswahn (Beispiel: Klimagipfel 2015 Paris)

Die Tagung fand am 12.- 14. April 2019 in der Ev. Akademie Bad Boll statt. Ich nahm als Vertreter des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart daran teil. 

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