Biographie

Kurze Vita (mit inhaltlichen Schwerpunkten)

Geb. am 7. März 1947 in der Herxheim/Südpfalz; acht Jahre Volksschule, danach 6 sechs Jahre „Staatliches Aufbaugymnasium für Knaben“ in Speyer. Ab 1967 Studium an der PH Landau, im Januar mein 1. Vortrag bei der Kath. Studentengemeinde über „Was ist Entwicklung?“;  im Laufe des Studiums wurde die PH ausgebaut und umbenannt in EWH Rheinland-Pfalz Koblenz/Landau (heute: Universität Koblenz. Landau) mit der Möglichkeit eines Diploms in Pädagogik nach vier Jahren (Thema meiner Diplomarbeit: Teilhard de Chardin).

Von 1971 - 1975 (als Neubeginn) Theologiestudium an der Jesuitenhochschule in Frankfurt - St. Georgen mit Abschluss als Diplomtheologe; während des Theologiestudiums intensiver Austausch mit Priestern (Jesuiten) und Studenten aus Lateinamerika, u.a. 1972 Mitbegründer des Arbeitskreises „Theologie der Befreiung“, dem ersten in Deutschland und Vorsitzender des ASTA St. Georgen 1972/73 (in den ASTA-Räumen hat Publik-Forum seine erste „Zuflucht“ gefunden). Mein Wunsch, nach dem Studium nach Lateinamerika zu gehen, wurde immer stärker, daher intensive Beschäftigung mit Geschichte, Kultur und Theologie Lateinamerikas, dazu einige meiner Referate, u.a.:  

Theologie der Befreiung als neue Theologie?; Für eine „barbarische Theologie“; Dom Helder Camara: 2 Lastkutscher.

Statt sofort nach LA zu gehen, legte ich auf dringendes Anraten zuerst noch die 2. Dienstprüfung ab, die sowohl kirchlich (als Pastoralreferent) als auch staatlich (für RU) anerkannt wurde. Das war damals noch möglich (nur in Württemberg), u.a. weil 2 abgeschlossene Studien. In dieser Zeit war ich sowohl als Referendar im Gymnasium Winnenden (RU) als auch in der Pfarrei St. Karl Borromäus Winnenden. Dort auch meine 1. Gemeindepredigt: „Anders leben, damit andere überleben“.  

Ende 1976 im Auftrag meiner Heimatdiözese Speyer als „Missionar“ vom Bischof von Speyer (Friedrich Wetter) explizit zum „missionarischen Dienst“ ausgesandt - als 1. Laientheologe in Deutschland (ein Laie als Missionar mit explizit kirchlich-missionarischen Auftrag war bis dahin nicht denkbar, außer natürlich Ordensschwestern und – Brüdern). 1976 konnte ich Bischof Dammert aus Cajamarca (1962 - 1992) kennenlernen und konnte mit ihm ausführlich meinen Wunsch besprechen, in seiner Diözese mitarbeiten zu dürfen. Er war zur Behandlung mehrere Monate in Deutschland, u.a. auch in Herxheim zu Besuch bei den Eltern von Pfr. Alois Eichenlaub, der seit 1962 de facto die rechte Hand von Bischof Dammert war. Bereits während meines Studiums war ich sehr gut über die Arbeit in der Diözese Cajamarca informiert, so war u.a. gerade das Glaubensbuch „Vamos Caminando“ in Arbeit. Bischof Dammert „genehmigte“ in Absprache mit dem Bischof von Speyer meinen Einsatz als pastoraler Mitarbeiter in der Pfarrei San Carlos de Bambamarca, Diözese Cajamarca, Peru. (Bis dahin wurde ich noch als Priesteramtskandidat der Diözese Speyer geführt). Die Überraschung bei den engsten Mitarbeitern von Bischof Dammert war sehr groß, dass er ausgerechnet einem „Anfänger“ erlaubte, in seine „Vorzeigepfarrei“ Bambamarca zu gehen (Bambamarca, das Pilotprojekt einer befreienden Pastoral).

Die Diözese Cajamarca mit ihrem Bischof José Dammert galt schon damals als die Diözese, in der der „Geist des Konzils“ mit am konsequentesten in die Praxis umgesetzt wurde. Bambamarca wurde weit über Peru hinaus bekannt (u.a. wegen dem Glaubensbuch „Vamos Caminando“, 1976) und gilt als Wiege einer Praxis und Theologie der Befreiung, siehe: Cajamarca, eine Diözese in den Anden. Deswegen wollte ich genau dahin. Seither und bis heute enger Kontakt mit Basisgruppen, vor allem mit Campesinos und marginalisierten Frauengruppen.

1980 Heirat in Peru, mit einer Mitarbeiterin von Bischof Dammert, und gemeinsamer Neuanfang mit meiner peruanischen Frau in Ulm, zuerst als Religionslehrer (Schubart- und Scholl-Gymnasium). 1981 und 1983 Geburt unserer beiden Kinder; 1982 Gründung und Aufbau der Gemeindepartnerschaft St. Georg, Ulm mit San Pedro, Cajamarca, Mitarbeit in verschiedenen Gremien der Pfarrei und darüber hinaus; Planung und Durchführung von Seminaren, Vortragsreihen und Vortragstätigkeit vorwiegend im süddeutschen Raum (Theologie vom Standpunkt der Armen aus, „Entwicklungspolitik“, u.a.) und intensive Mitarbeit bei Misereor und Adveniat auf nationaler Ebene – bis dahin ehrenamtlich, neben dem RU.  

Dann hauptamtlich (in Beurlaubung als Landesbeamter) 1988 - 1995 tätig als theol. Referent für die kath. Erwachsenbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart,  dabei vor allem verantwortlich für Familienpastoral und „Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung“, Sitz in Ulm.

Nach dem Bischofswechsel in Cajamarca (Ende 1992) gerieten die Partnerschaften deutscher Kirchengemeinden mit Pfarreien der Diözese Cajamarca in große Schwierigkeiten. Auf Initiative deutscher Partnergruppen, vor allem aus Herzogenaurach, Dortmund und Ulm, kam es mit Hilfe der Prof. Elmar Klinger (Würzburg) und Ottmar Fuchs (damals Bamberg) zu einer großangelegten Studie, ursprünglich mit dem Thema Weltkirche – Partnerschaften, dann etwas breiter über die Aufbrüche der Kirche in Lateinamerika (Peru) infolge des Konzils (Option für die Armen, Kirche der Befreiung, etc.). Für diese Aufgabe brauchte man einen „Koordinator“ …. Von 1997 - 2004 war ich daher als wiss. Mitarbeiter an der theol. Fakultät Würzburg tätig; dort Vorbereitung und Durchführung einer Studie zur Kirche in Lateinamerika und zur Beziehung deutscher Gemeinden zur Weltkirche, erst finanziert von den Diözesen Würzburg, Bamberg und Eichstätt, dann  als DFG - Forschungsprojekt der theol. Fakultäten Würzburg und Tübingen. Dafür war ich jedes Jahr für längere Zeit in Lateinamerika (speziell Peru) - in enger Zusammenarbeit mit der Kath. Universität Lima und dem international renommierten „Instituto Bartolomé de Las Casas“ in Lima (Leiter: Gustavo Gutiérrez) und natürlich den peruanischen Partnergemeinden mit deren Basisgruppen. Davon einer der Artikel: "Partnerschaften: Anspruch und Wirklichkeit".  

Dies führte 2004 zu meiner Promotion (war ursprünglich nicht geplant) in Fundamentaltheologie in Würzburg (allg. über Kirche und Globalisierung; Thema: „Kirche der Befreiung“); während der Studie und danach zahlreiche wiss. Veröffentlichungen, darunter zwei Bücher: „Die globale Verantwortung…“ (Gemeindepartnerschaften) und „Die Herausforderung einer Option für die Armen“ (Dissertation). Aufgrund der Ergebnisse der Studie kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit einigen deutschen Prälaten, inklusive persönlicher Diffamierungen (aber nicht in „meiner“ Diözese). Es kamen „Dinge“ ans Tageslicht, die besser im Dunkeln geblieben wären…! Dazu an dieser Stelle nur eine Meldung von KNA (2002): Bischof zerstört Partnerprojekte (Der KNA-Redakteur bekam dann ebenfalls „Prügel“).  Alle Materialien und Ergebnisse auf meiner Homepage: www.cajamarca.de und www.williknecht.de

2009 vorzeitige Pensionierung. Seit 2006 wieder verstärkt und ehrenamtlich in Gemeinden engagiert, Mitglied in den verschiedenen Gremien, u.a. im Leitungsteam der Gesamtkirchengemeinde Ulm und des Dekanats Ehingen-Ulm, bis 2016. Von 2008 - 2016 Vorsitzender der „Aktion Hoffnung“ und im Vorstand der AKO (Dachverband der katholischen Organisationen und Verbände der Diözese), ebenso bis 2016 im Leitungsteam von „pro concilio“ (im Netzwerk kath. Reformgruppen); Mitglied in den Diözesanausschüssen „Eine Welt“ und „Nachhaltige Entwicklung“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart sowie im Ausschuss „Öffentlichkeitsarbeit  Weltkirche“ mit regelmäßigen Beiträgen und Artikeln in „Der geteilte Mantel“ (1. Artikel, Leitartikel 2011: "Der Friede - das Werk der Gerechtigkeit" und letzter Artikel, 2017: Sind wir "Eine Kirche" - sind wir "Eine Welt"?), sowie „drs.global“ (z.B. Leitartikel von 3/15:  Freihandelsabkommen - Instrument neoliberaler Weltordnung); Artikel u.a. für das Internetportal der „Konferenz Weltkirche“ der DBK, hier ein Interview: "Mut zur Armut"; Autor für www.nachhaltig-predigen.de (meistgelesener Artikel, über 15.000 Klicks): Die "Sünde der Welt";  für "imprimatur" (aktueller Artikel: "Andine Kosmovision"); im Vorstand von Oikocredit BW, Mitarbeit beim DEAB (Dachorganisation entwicklungspol. Gruppen BW), im „Rat der Kirchen“ (ökumenische Zusammenarbeit der je 2 Landeskirchen und Diözesen in BW) und bei Misereor (u.a. Co-Sprecher von ewa3 und Misereorbeauftragter in der Diözese); Mitarbeit bei den "Fidei-Donum-Priestern" mit regelmäßigen Treffen in LA, zuletzt in Sao Paulo 2016); Vertreter der kath. Kirche im TTIP-Beirat der Landesregierung BW; Mitarbeit in bundesweiten Initiativen wie „Kairos Europa“, ÖV 14 (zuletzt zum Reformationsjahr 2017., u.v.m. - in Zukunft aber mehr Reisen und schreiben (wiss. arbeiten). 

Willi Knecht, 30. August 2017

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Willi Knecht  (Auszug aus Wikipedia - veralteter Eintrag, bis 2006)

(* 1947 in Herxheim bei Landau/Pfalz)
ist ein deutscher römisch-katholischer Theologe. Knecht ist seit 1976 mit der Diözese Cajamarca in Peru verbunden und war zunächst als Pastoralreferent in der Pfarrei Bambamarca tätig. Zuletzt arbeitete er von 1996 bis 2004 zusammen mit Elmar Klinger und Ottmar Fuchs an einer DFG-Studie über die kirchlichen Aufbrüche in Peru seit 1962. Als sein letztes Buch erschien im November 2005 "Die Kirche von Cajamarca - Die Herausforderung einer Option für die Armen". Er stellt darin Cajamarca mit seinem Bischof José Antonio Dammert Bellido als die Diözese dar, wo Geist und Anliegen des Konzils weltweit mit am besten in die Praxis umgesetzt wurde. Weitere Schriften (u.a. zu den Auseinandersetzungen um die profitabelste Goldmine der Welt in Cajamarca und zum gegenwärtigen Kurs der Kirchenführung weltweit) macht er auf seiner Website zugänglich.

Veröffentlichungen:

  • „Die Wehklagen derer, die leiden, lassen mich nicht ruhen.“
  • José Dammert Bellido, Bischof von Cajamarca, Peru. In: Johannes Meier (Hrsg.): Die Armen zuerst. 12 Lebensbilder lateinamerikanischer Bischöfe. Matthias Grünewald, Mainz 1999, Freiburg, Ulm und Cajamarca.
  • Was man von den Christen in Peru lernen kann. In: imprimatur 2001, Hefte 4 (online) u. 5+6 (online).
  • mit Elmar Klinger, Ottmar Fuchs (Hrsg.): Die globale Verantwortung. Partnerschaften Pfarreien in Deutschland und Peru. Echter, Würzburg 2001
  • Die Kirche von Cajamarca. Die Herausforderung einer Option für die Armen in Peru. Lit-Verlag, Münster 2005
  • Eine Kirche der Armen. In: Thomas Franz, Hanjo Sauer (Hrsg.): Glaube in der Welt von heute.Theologie und Kirche nach Vatikanum II, Echter, Würzburg 2006,

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