Theologie der Befreiung

Theologie der Befreiung ist eine Abkehr von der Theologie der abendländischen Christenheit, die im Kontext der „Sieger“ (Eroberer) formuliert und verkündet wurde. Sie ist eine Umkehr zu den biblischen Wurzeln und entstanden aus dem Glauben der Ausgegrenzten (der Opfer) an einen befreienden Gott. Sie ist nicht ohne Irrtümer, und sie braucht Unterstützung - aber keine Belehrungen „ex catedra“. Es ist nicht die Schuld der Ausgegrenzten, wenn sie von üppig ausgestatteten Theologiemaschinerien nicht verstanden werden bzw. sie nicht in deren vorgestanzten Formate passt. Wie kann man theologisch vorgeben, die Stimme der Armen zu hören (den Ruf Gottes), wenn die Armen, mit denen sich Jesus Christus identifiziert, selbst nicht als Subjekte in dieser Theologie vorkommen? Und wie christlich (von Jesus Christus her entwickelt statt von abstrakten Begriffen einer altgriechischen Philisophie) ist eine solche Theologie?

DFG-Projekt "Eine Kirche der Befreiung"

Abschlussbericht an die DFG

 
Forschungsstand, Anwendungsperspektiven und denkbare Folgeuntersuchungen
 
Im Blick auf die deutschen Partnergruppen können hinsichtlich deren Motivation, Problematik und Zielsetzungen Schlussfolgerungen gezogen werden, die im weiteren Sinne z.B. mit der Studie von Gabriel/Nuscheler übereinstimmen. Während jedoch deren Studie „Handeln in der Weltgesellschaft: Christliche Dritte-Welt-Gruppen“ (1995) eher in „die Breite“ ging, zielt die vorliegende Studie auf eine kleine Gruppe von (16) Pfarreien, in der dann allerdings alle denkbaren Dimensionen von Partnerschaft untersucht werden. Vor allem die Nachprüfung der Wirkung bei den Adressaten (sowohl was die materielle Hilfe als auch die damit verbundene Zielsetzungen oder Ideologien betrifft) ist in dieser intensiven Form noch nicht wissenschaftlich behandelt worden. Entscheidend zum Verständnis von Partnerschaft (auch Entwicklungszusammenarbeit) ist die Einbeziehung des weltwirtschaftlichen und jeweiligen nationalen politischen Kontextes.

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Camilo Torres - 50. Todestag

Zum 50. Todestag von Camilo Torres

Sein Anliegen

Am 15. Februar 1966 wurde der kath. Priester Camilo Torres von Einheiten der kolumbianischen Armee erschossen. Kurz zuvor, mit dem „Aufruf an das kolumbianische Volk“ vom 7. Januar 1965, hatte er sich der ELN (Ejército de la Liberación Nacional – Nationale Befreiungsarmee) angeschlossen, einer Guerillaorganisation, die bis heute noch aktiv ist.

Eine kurze Zusammenfassung seines Glaubens (im Stil von Camilo Torres):  Wenn das Wesen des christlichen Apostolats die Nächstenliebe ist, dann hat ein Christ in einem Land wie Kolumbien, in dem jede Viertelstunde ein Kind stirbt, die Pflicht, sich dafür einzusetzen, die Hungrigen zu speisen, die Durstigen zu tränken, die Obdachlosen zu beherbergen, die Nachbarn zu kleiden (Mt 25,31-46). Und wenn dieser Christ nun alles – aber auch wirklich alles – versucht hat, dieses oberste Gebot der Nächstenliebe mit legalen Reformen zu erfüllen und an der hartnäckigen Reformfeindlichkeit der herrschenden Oberschicht gescheitert ist, dann hat er die Pflicht, die Herrschaft dieser Oligarchie zu brechen um der Mehrheit des Volkes das geben zu können, was es zum Leben braucht.

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Buen vivir und befreiende Praxis

Buen vivir und befreiende Evangelisierung - Ökumenische Versammlung,  02. Mai 2014 

„Buen Vivir“ wird zunehmend als mögliche Alternative für das von Europa ausgehende Wirtschaftsmodell (Kapitalismus) diskutiert. Leider werden in der aktuellen Diskussion um „buen vivir“ die tieferen Zusammenhänge (kulturell, phil.- theol.) kaum verstanden oder willkürlich benutzt. Die spirituellen Grundlagen der andinen Weltsicht (wie auch anderer Jahrtausende alter Kulturen) können Auswege aus der Sackgasse aufzeigen, in die uns die "Kosmovision" (Philosophie, Theologie, Wirtschaft) des christlichen Abendlands weltweit geführt hat.   (Aus meiner Workshop - Ankündigung).

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Theologie

 

Spiritualität wird hier als Kraft verstanden, sein Leben im Geiste und in der Nachfolge Jesu zu gestalten. Spiritualität bedeutet aus der Sicht der Armen, Gott inmitten ihres Leides und ihrer Hoffnungen als ein Gott des „Lebens in Fülle“ zu entdecken, der mit ihnen ist und sie führt. Aus der Sicht der „Reichen“ bedeutet Spiritualität, im leidenden Nächsten, das Antlitz des Gekreuzigten zu entdecken, sich mit dem Armen auf den Weg machen und mit ihm zusammen seine Sehnsucht nach dem Reich Gottes zu formulieren und im „Hier und Heute“ Gestalt zu verleihen.

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