Theologie der Befreiung

Theologie der Befreiung ist eine Abkehr von der Theologie der abendländischen Christenheit, die im Kontext der „Sieger“ (Eroberer) formuliert und verkündet wurde. Sie ist eine Umkehr zu den biblischen Wurzeln und entstanden aus dem Glauben der Ausgegrenzten (der Opfer) an einen befreienden Gott. Sie ist nicht ohne Irrtümer, und sie braucht Unterstützung - aber keine Belehrungen „ex catedra“. Es ist nicht die Schuld der Ausgegrenzten, wenn sie von üppig ausgestatteten Theologiemaschinerien nicht verstanden werden bzw. sie nicht in deren vorgestanzten Formate passt. Wie kann man theologisch vorgeben, die Stimme der Armen zu hören (den Ruf Gottes), wenn die Armen, mit denen sich Jesus Christus identifiziert, selbst nicht als Subjekte in dieser Theologie vorkommen? Und wie christlich (von Jesus Christus her entwickelt statt von abstrakten Begriffen einer altgriechischen Philisophie) ist eine solche Theologie?

Kreuzweg der Campesinos

Ein Kreuzweg aus Peru

Von José Espíritu Taifur, Katechet und Maler aus Bambamarca, Peru (mit Familie vor seiner Hütte)

Der Kreuzweg basiert auf den Beobachtungen der Realität, in welcher wir Campesinos leben: die Armut. Jesus teilte sein Leben, sein Fleisch und sein Blut, mit uns und für uns. Das bedeutet für uns, dass unsere Comunidad sich versammelt und das Brot und alle Früchte teilt, die die Erde hervorbringt: Kartoffeln, Mais, usw.

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Vamos Caminando - mit Christus auf dem Weg unserer Befreiung

"Obwohl Vamos Caminando kein Buch sein will, in dem alle Glaubenswahrheiten vollständig aufgereiht sind, wurden in den Einführungskursen immer wieder Fragen von höchster theologischer Brisanz und Kompliziertheit aufgeworfen und diskutiert. So zum Beispiel die Frage nach der Bedeutung und dem Status von Jesus, Hoheitstitel wie Sohn Gottes, Messias usw. Für die Campesinos ist es selbstverständlich, dass Gott etwas mit ihrem Leben zu tun hat und ihr Leben auch verändert. Und Jesus ist der Schlüssel für das neue Leben. Jesus zeigt ihnen tatsächlich den Weg. Er lebt mitten unter ihnen, gibt sogar sein Leben für sie hin und wird daher für sie zum Messias und Sohn Gottes, weil in ihm Gott sich mit den Armen solidarisiert und ihr Schicksal auf sich genommen hat (1). Er allein ist „der Herr“, denn es gibt keine Autorität außer ihm.

Das zentrale Dogma des christlichen Glaubens ist für die Campesinos nicht Gegenstand theoretischer Überlegungen, sondern täglich gelebte und erlebte Erfahrung. Für die Campesinos steht die Botschaft vom Reich Gottes im Zentrum ihres Glaubens. Diese Botschaft steht aber nicht deswegen im Zentrum ihres Glaubens, weil sie dies als zentrale Aussage vielleicht in einem Katechismus so gelernt hätten, sondern weil es die konkrete Vision eines Lebens in Fülle ist, die ihnen angesichts einer Situation des Elends die Kraft gibt, das Elend zu überwinden (2). Auf dem Hintergrund dieser Erfahrungen der Campesinos ist Vamos Caminando zu verstehen."

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Ronda campesina

Die Ronda

„Gott hat mir die Ohren lang gezogen und hat mir gesagt: Hör mal, warum sitzt du hier untä- tig herum und hörst nicht diese arme Frau, wie sie schreit, weil man ihre einzige Kuh, ihr einziges Schaf weg nimmt! Also machte ich mich auf und organisierte mit anderen die Ronda, um die Armen und Schwächsten zu verteidigen. Die Ronda ist ein Geschenk Gottes” (1).
Die befreienden Erfahrungen der Campesinos von Bambamarca fanden in der Ronda ihren sichtbarsten Ausdruck und es ist auch die Ronda, in denen diese Erfahrungen nicht nur weiter leben, sondern immer mehr Verbreitung und Kraft finden. Dies ist heute umso wichtiger, weil die Campesinos von Bambamarca seit 1997 die Pfarrei in ihrer kirchlich-offiziellen Struktur nicht mehr als ihre Heimat erleben und sogar ausgeschlossen wurden. Das Beispiel der Ronda kann als exemplarisch für die globale Situation verstanden werden. Es weist auf die herrschende Situation hin und zeigt, was geschieht, wenn die Menschen vom Rand sich basis-demokratisch organisieren, sich gegen die „Räuber“ verteidigen und ihre Rechte einfordern. Es werden dabei hoffnungsvolle Zeichen und Alternativen sichtbar.

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Theologie

 

Spiritualität wird hier als Kraft verstanden, sein Leben im Geiste und in der Nachfolge Jesu zu gestalten. Spiritualität bedeutet aus der Sicht der Armen, Gott inmitten ihres Leides und ihrer Hoffnungen als ein Gott des „Lebens in Fülle“ zu entdecken, der mit ihnen ist und sie führt. Aus der Sicht der „Reichen“ bedeutet Spiritualität, im leidenden Nächsten, das Antlitz des Gekreuzigten zu entdecken, sich mit dem Armen auf den Weg machen und mit ihm zusammen seine Sehnsucht nach dem Reich Gottes zu formulieren und im „Hier und Heute“ Gestalt zu verleihen.

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