Spiritualität

 

Spiritualität wird hier als Kraft verstanden, sein Leben im Geiste und in der Nachfolge Jesu zu gestalten. Spiritualität bedeutet aus der Sicht der Armen, Gott inmitten ihres Leides und ihrer Hoffnungen als ein Gott des „Lebens in Fülle“ zu entdecken, der mit ihnen ist und sie führt. Aus der Sicht der „Reichen“ bedeutet Spiritualität, im leidenden Nächsten, das Antlitz des Gekreuzigten zu entdecken, sich mit dem Armen auf den Weg machen und mit ihm zusammen seine Sehnsucht nach dem Reich Gottes zu formulieren und im „Hier und Heute“ Gestalt zu verleihen.

Gott oder das Gold - an wen glaubst du?

Gott oder das Gold – an wen glaubst du?

„Es geschah, dass ein Häuptling alle seine Leute zusammenrief. Jeder sollte an Gold mitbringen, was er hatte, und alles sollte dann zusammengelegt werden. Und er sagte zu seinen Indianern: Kommt, Freunde, das ist der Gott der Christen. Wir wollen vor ihm singen und tanzen, dann fahrt auf das Meer hinaus und werft es hinein. Wenn sie dann sehen, dass wir ihren Gott nicht mehr haben, werden sie uns in Ruhe lassen.“ (Bartolomé de Las Casas, 1552)

Spanische Theologen des 16. Jahrhunderts bezeichneten das Gold als ein Geschenk Gottes, der in seiner göttlichen Vorsehung die heidnischen Völker mit unvorstellbaren Goldvorkommen ausgestattet hat, damit auf diese Weise die Christen den Weg zu diesen Völkern finden, um die Heiden zu taufen und sie so vor der Hölle zu bewahren. „Dorthin, wo es sie gibt, das Evangelium im Fluge und um die Wette kommt, während dort, wo es sie nicht gibt, sondern nur Arme, dies ein Mittel der Zurückweisung ist, denn dorthin kommt das Evangelium niemals...“. (Aus dem „Gutachten von Yucay“, das entscheidenden Einfluss auf die damalige Theologie und Politik hatte).

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Gott und Gold - Wie viel ist genug?

Gott und Gold – Wie viel ist genug?

Eine Bildbetrachtung zum Hungertuch 2015/16 von Misereor

In der Geschichte Gottes mit den Menschen geht es immer zuerst darum, an welchen Gott sie glauben: An den Gott des Lebens oder an die Götter des Todes. Von der Exodus-Geschichte – der Tanz um das Goldene Kalb - über die biblischen Propheten bis zu Paulus wird berichtet, dass die Menschen immer wieder der Versuchung erliegen, sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse zum absoluter Maßstab zu machen, mehr haben und mehr sein zu wollen als der andere. Dies ist in der Sprache der Bibel  die „Ursünde“. Der Bruch mit Gott, mit den Mitmenschen und der Schöpfung führt ins Verderben. Das Gold steht symbolisch für diese Versuchung. Gott und Gold – Gott oder Gold?

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Von Nachfolge und Selbstverleugnung (Mt 16, 21-27)

Von Nachfolge und Selbstverleugnung (Mt 16, 21-27)

Es war einmal eine Zeit und eine Region, in der alle Menschen getauft waren. Sie empfingen die Sakramente, feierten viele Gottesdienste, verehrten ihre Heiligenbilder und brachten ihnen und der Kirche viele Opfer dar. Ob sehr reich oder sehr arm, sie glaubten sich in der Hand Gottes und baten um seine Gnade. Sie dankten auch Gott - die Reichen, weil er sie als Zeichen seiner Huld mit so vielen Gütern beschenkt hat und die Armen, weil er ihnen ein Leben im Himmel verheißen hat, wenn sie nur ergeben und gläubig ihr elendes Leben ertragen würden. Die Kleriker aber hatten eine besondere Last zu tragen: In Stellvertretung Gottes (bzw. Christi) verteilten sie die Gnadengaben, mussten zwischen Gut und Böse unterscheiden und die Menschen zu Gehorsam gegenüber Gott und den weltlichen Autoritäten anleiten.

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