Spiritualität

 

Spiritualität wird hier als Kraft verstanden, sein Leben im Geiste und in der Nachfolge Jesu zu gestalten. Spiritualität bedeutet aus der Sicht der Armen, Gott inmitten ihres Leides und ihrer Hoffnungen als ein Gott des „Lebens in Fülle“ zu entdecken, der mit ihnen ist und sie führt. Aus der Sicht der „Reichen“ bedeutet Spiritualität, im leidenden Nächsten, das Antlitz des Gekreuzigten zu entdecken, sich mit dem Armen auf den Weg machen und mit ihm zusammen seine Sehnsucht nach dem Reich Gottes zu formulieren und im „Hier und Heute“ Gestalt zu verleihen.

Jesus und das Gesetz

Von Reinheit und Unreinheit – Jesus und das Gesetz (Mk 7, 1-23)

Einleitung

Die Exegese von Mk 7, 1-23 scheint auf die Schnelle (und traditionell) betrachtet einfach. Denn es liegt auf der Hand und ist einsichtig: Nicht durch äußerliche Verschmutzung wie z.B. ungewaschene Hände und Gefäße wird der Mensch unrein oder fällt gar in Ungnade, sondern durch das, was der Mensch tut bzw. wie er sich anderen Menschen gegenüber verhält. Jesus stellt sich damit auch in die Reihe der großen Propheten und zitiert Jesaja: „Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen“. Jesus folgert daraus: „Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen“ (Mk 7, 8).

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Hunger nach Gerechtigkeit

Vorbemerkung (2006): Bischof Georg Moser war verhindert. Im Mittelpunkt der Misereoraktion standen Peru und Bolivien. Ich hatte schon öfters mit Misereor zusammen gearbeitet, ebenso war ich in der Diözese wegen vieler Vorträge, Seminare und auch meiner Ausstellung „Kirche der Befreiung“ bekannt. Darum bat man mich die Predigt zu übernehmen, entsprechend dem Thema der Fastenaktion von 1987: „Hunger nach Gerechtigkeit“.

- Im Anschluss das Grußwort von Bischof Moser und sein Dankesbrief an mich -

Predigt aus Anlass der zentralen Eröffnung der MISEREOR - FASTENAKTION der Diözese Rottenburg - Stuttgart in Wasseralfingen am 8. März 1987.

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Auferweckung (Lk 7, 11-17)

Die Auferweckung des Jünglings von Nain (Lk 7,11-17)

Die Auferweckungserzählungen stehen wie die Wunderheilungen im Dienst der Predigt Jesu von der Herrschaft Gottes, das nun beginnt und in Jesus präsent wird. In der traditionellen, europäischen Theologie wird diese Erzählung aber als „Beweis“ u.a. für die göttliche Vollmacht Jesu gedeutet. Jesu Tat ist sowohl mehr als die des Propheten Elias (auch von ihm wird eine Totenerweckung berichtet, in 1 Kön 17, 23f), als auch ein Hinweis auf seine eigene Auferweckung. 

Auferstehung im Geiste der Botschaft Jesu bedeutet dagegen etwas völlig Neues: Die Abkehr vom „alten Menschen“, besessen von der Gier, hin zum „neuen Menschen“, besessen von Liebe und der Sehnsucht nach der Gerechtigkeit für alle.

In unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Auferweckungsgeschichte steht die Frage des Johannes des Täufers, der wegen seiner Kritik  an den herrschenden Missständen ins Gefängnis geworfen worden war. Von dort ließ er über seine Jünger Jesus fragen: „Bist du der, auf den wir warten“? Es war natürlich gemeint: „Bist du der Messias“? Jesus antwortete: „Sagt ihm, was ihr gesehen habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und den Armen wird eine Frohe Botschaft verkündet“ (LK 7, 18-23). Jesus meinte - und Johannes verstand es so - dass ab jetzt alles anders wird. Ja, die Zeit des Messias ist jetzt gekommen!

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