Stimme der Campesinos

Völker des Amazonas an Joh.Paul II.

Die Indianer von Manaus schreiben an den Papst (1980, Auszüge)

Johannes Paul II., Kampfgefährte (Phil 2,25), Glaubensbruder, Bote der Hoffnung und der Gerechtigkeit!

Voller Freude haben wir erfahren, dass Eure Heiligkeit uns im Amazonasgebiet besuchen kommt. Das Amazonasbecken, das unsere Heimat ist, ist inzwischen Gegenstand einer so großen Habgier geworden, dass es uns schon nicht mehr gehört. Auf Eurer Rundreise ist Manaus die letzte Station, wie es ja auch in der Politik als der „letzte Posten“ gilt. So kommt Eure Heiligkeit als Nachfolger Petri, der ja auch auf den „letzten Platz verwiesen, wie zum Tode verurteilt“ (1 Kor 4,9) war, sozusagen in Eure Stadt.

Die zum Tode Verurteilten und die Letzten dieser Erde sind in ganz besonderer Weise die indianischen Völker. Die große Straße, die sogenannte „Transamazonas“, ist wie eine giftige, todbringende Schlange, die schon einige Indianervölker an den Rand der Auslöschung gebracht hat. Werden die Straße, die Großfarmen und die Viehzucht wieder einmal mehr den Vortritt haben vor dem Volk der Coxodoá, die bis zuletzt unberührt geblieben sind?

Von Krankheiten dezimiert, von Riesenfarmen, die ihr Land besetzen, ermordet, in ihrer Kultur unterdrückt, ohne Recht darauf, ihre eigene Sprache zu sprechen, wurden in Brasilien die indianischen Völker in den vergangenen 400 Jahren bis auf den heutigen Tag systematisch beseitigt. Von mehr als 5 Millionen Indianern, die es vor der Eroberung gab, leben heute noch ganze 210.000. Dieses Hinschlachten, das in den letzten Jahrzehnten noch dadurch beschleunigt wurde, dass man das Amazonasbecken großen brasilianischen und multinationalen Firmen übergab, ist vergleichbar mit dem Massaker, das der Naziimperialismus am polnischen und jüdischen Volk begangen hat. Es besteht kein Zweifel: Die Indianervölker sind an die letzte Stelle verwiesen, wie zum Tode verurteilt.

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Andine Kosmovision - buen vivir

Der Glaube und die Kultur der Menschen in den Anden (Cosmovisión andina)

In seinem Beitrag über den Glauben und die Kultur der Menschen in den Anden (Peru, Bolivien, Ekuador) wirft Willi Knecht u.a. die Frage auf, inwieweit die spirituellen Grundlagen der andinen Kultur Auswege aus der Sackgasse aufweisen könnten, in die uns die "Kosmovision"(Philosophie, Theologie, Wirtschaft) des christlichen Abendlands weltweit geführt hat. In der kommenden Ausgabe von "imprimatur" (1/2018) wird der Autor über die nachkonziliare Entwicklung der andinen Kirche berichten. Ausgerechnet in den Anden, exemplarisch u.a. in der Diözese Cajamarca, Peru, entstand seit 1962 eine „neue Kirche“, ausgehend von der befreienden Botschaft, dass Jesus der Christus inmitten der Indios „zur Welt kam“ und sich mit ihnen auf den Weg macht - hin zu einem Leben in Fülle, in Gemeinschaft mit Gott und der Menschen untereinander und in dem die Güter von Mutter Erde allen zugutekommt. Wie konnte dies geschehen? (Veröffentlicht in der Zeitschrift "imprimatur", 3/2017) Siehe auch den umfassenderen Abschnitt aus meiner Dissertation: Glaube und Kultur der Menschen in den Anden (exemplarisch: Diözese Cajamarca)

Vorbemerkungen

Die andine Kosmovisionwurde zuletzt in Europa eher unter dem Begriff „Buen Vivir“ („Gutes Leben“) bekannt. „Buen Vivir“ wird zunehmend als mögliche Alternative für das von Europa ausgehende Wirtschaftsmodell (Kapitalismus, alias Neoliberalismus) diskutiert. Leider werden in der aktuellen Diskussion um „buen vivir“ die tieferen Zusammenhänge (kulturell, phil.- theol.) kaum verstanden oder willkürlich benutzt und instrumentalisiert. Die spirituellen Grundlagen der andinen Weltsicht wie auch anderer Jahrtausende alter Kulturen könnten aber Auswege aus der Sackgasse aufzeigen, in die uns die "Kosmovision" (Philosophie, Theologie, Wirtschaft) des christlichen Abendlands weltweit geführt hat. 

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Capitalismo

Kapitalismus – die Bestie der Apokalypse

- Aus der Perspektive der Campesinos von Bambamarca -

Die aktuelle Apokalypse - Gemälde und Text von José Espíritu, Katechet und Maler aus Bambamarca, Diözese Cajamarca, Peru

(Übersetzung der Texttafel und der Slogans im Bild, von Willi Knecht, 1999)

Johannes interpretiert in der Offenbarung (Apokalypse) auf symbolische Weise die so schwierige Situation seiner Zeit: eine politische und religiöse Diktatur. Johannes klagt die herrschsüchtige Klasse an, die sich anbeten lässt, als wäre sie Gott. Johannes spricht zu diesen „Chefs“ jener vergangenen und gegenwärtigen Zeit, unter denen wir leiden müssen. Er charakterisiert sie uns in seiner Offenbarung  als die erste und die zweite Bestie.

Heute, in unserer Zeit, leiden auch wir unter der gleichen traurigen Realität, einer extreme Armut; wir leben in einem Abgrund ohne Ausweg. Wir befinden uns in den Klauen einer dritten, sehr mächtigen Bestie, die das gesamte Universum beherrscht und die sich für den einzigen Herren der Schöpfung Gottes hält. Das Monster, Urheber des Bösen, hat diese Bestie mit einer Krone aus Gold gekrönt und sie hat viele Helfer, die sie beschützen und verteidigen.

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