Kirchenreform

Wer mit Recht vom Konzil spricht, mag bitte bedenken, was dieser Aufbruch der Kirche gerade für die am meisten Benachteiligten weltweit bedeutet hat.  Die Bedürfnisse, Bedrückungen und Sehnsüchte dieser Menschen zum Maßstab nehmen, bedeutete für Millionen Menschen, dass sie zum ersten Mal als Menschen und Kinder Gottes, ausgestattet mit einer unendlichen Würde, wahrgenommen wurden – ein Beispiel einer befreienden Praxis.

Vor Konzil - Nach Konzil

Die Kirche vor dem Konzil:

  • Kirche als Heilsinstitution, Kirche im Besitz des Heils, man hat es schon; Heil an sich (keine Konkretisierung), ebenso die Heilsvermittlung und Weitergabe an sich (formaler Akt). Institution = Hierarchie = Gott gewollt.
  • Heilsvermittlungen durch Heilshandlungen (rein formal, Handlung an sich schon Heil bringend (ex opere …). Kirche (immer nur als Amtskirche) teilt Heil aus von oben nach unten; der „normale“ Gläubige ist passiver Empfänger. Ohne Kirche kein Heil.
  • Heilsverständnis: Weltlosigkeit des Heils und Heillosigkeit der Welt; Heil von Geschichte, von Welt, alltäglichem usw. getrennt. In anderen Religionen keine Zeichen des Heils. Heil auf Seele und deren Rettung bezogen > nur ewiges Heil.

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    Cajamarca als Exempel

    Wegen ihres ehemaligen Bischofs eignet sich die Diözese Cajamarca in hervorragender Weise für eine exemplarische Darstellung des kirchlichen Aufbruchs in Lateinamerika in den Jahren nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Dies bezieht sich zum einen auf die Person des Bischofs selbst. Vor allem aber meint es die Campesinos, die in der Folge einer von Dammert und seinen Mitarbeitern ausgehenden Evangelisierung sich als „Kinder Gottes“ (wie sie es ausdrücken) mit einer einzigartigen Würde und unveräußerlichen Rechten entdeckt haben.

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    Erneuerung im Geist des Konzils

    Im Blick auf die deutsche und weltweite Kirche möchte ich zehn Punkte nennen
    (auf der Basis befreiender Erfahrungen inmitten der Armen)

    1. Die Kirche besitzt aus sich selbst heraus die Kraft, ihre Strukturen, Methoden und ihre gesamte Art und Weise der Pastoral und der Verkündigung zu ändern, wenn sie die entsprechenden Prioritäten setzt - das Evangelium und die Bedürfnisse der Menschen, vorzugsweise der Armen. Innerhalb von 30 Jahren (seit dem Beginn des Konzils 1962) ist es z.B. in Cajamarca (exemplarisch für viele ähnliche Erfahrungen in Lateinamerika) gelungen, über 400 Jahre äußerster Entfremdung trotz heftigster Widerstände zu überwinden und einen Neuanfang zu wagen.

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