Kirchenreform

Wer mit Recht vom Konzil spricht, mag bitte bedenken, was dieser Aufbruch der Kirche gerade für die am meisten Benachteiligten weltweit bedeutet hat.  Die Bedürfnisse, Bedrückungen und Sehnsüchte dieser Menschen zum Maßstab nehmen, bedeutete für Millionen Menschen, dass sie zum ersten Mal als Menschen und Kinder Gottes, ausgestattet mit einer unendlichen Würde, wahrgenommen wurden – ein Beispiel einer befreienden Praxis.

Evangelii Gaudium - III. Kapitel

Drittes Kapitel:  Die Verkündigung des Evangeliums

Mit freudigem und liebevollem Herzen das Evangelium verkünden! Im Zentrum dieser Verkündigung steht, dass Jesus Christus der Herr ist und dass er uns durch seinen Tod und seine Auferstehung erlöst hat (110). Dies schreibt Franziskus als Einleitung für das Dritte Kapitel. Dies könnte man auch als Überschrift für seine Schreiben „Evangelii Gaudium“ verstehen.

Erstaunlicherweise stellt Franziskus nicht die Worte und Taten Jesu Christi in den Mittelpunkt. Er geht vielmehr von einer Christologie aus, die im Nachhinein von Menschen und von oben her und in zeitbedingten philosophischen Begrifflichkeiten des 4. Jahrhunderts definiert wurde. Damit steht er in Kontinuität mit seinen beiden Vorgängern im Petrusamt. Seine Worte lassen auch vermuten, dass er den Tod Jesu eher als ein von Gott gewolltes Opfer versteht und weniger als Konsequenz der Worte und Taten Jesu Christi. Eine derartig mittelalterliche Interpretation würde wenigstens die Ökumene mit den evangelisch-lutherischen Kirchen erleichtern....

Weiterlesen:  Evangelii Gaudium - III. Kapitel

Evangelii Gaudium - II. Kapitel

Die folgende kommentierende Lektüre des programmatischen Schreibens von Papst Franziskus stellt (subjektiv) einige zentrale Aussagen vor (II,1 / III,1). Diese werden dann im Kontext bisheriger Lehrschreiben der lateinamerikanischen Kirche seit 1968 und auf dem Hintergrund einer bereits bestehenden und gelebten Praxis der Befreiung z.B. in Lateinamerika kommentiert bzw. interpretiert (eine vergleichend wissenschaftliche Analyse ist hier nicht intendiert). Franziskus bleibt zwar in seinen Vorstellungen hinter dem zurück, was in der Folge des II. Vat. Konzils in Praxis und Theorie bereits gelebt und verkündet wurde. Mit seinen zeichenhaften Handlungen, Ansprachen und Schriften knüpft er aber an das an, was über mehr als dreißig Jahre hinweg (Johannes Paul II. und Benedikt XVI.) unterdrückt worden war: eine prophetische Kirche, mit einer jesuanischen Spiritualität und ausgehend von den Menschen, die alltäglich unter die Räuber fallen. Er tut dies, indem er die Praxis von Jesus dem Messias und dessen befreiende Botschaft von der anstehenden Herrschaft Gottes, von Liebe und Gerechtigkeit, wieder in den Mittelpunkt stellt - oder doch nicht? > Kap III,1

Weiterlesen: Evangelii Gaudium - II. Kapitel

Papst Franziskus

Anbei meine Antwort (sehr vorläufig - am 1. Tag ! nach seiner Wahl) auf an mich gerichtete Anfragen zu meiner Einschätzung eines Papstes aus Lateinamerika und den Vorwürfen zur Juntanähe in den Jahren 1976 – 1983 

Über Kardinal Bergoglio habe ich schon 2005 recherchiert, denn damals wurde er bereits beinahe Papst. Nun habe ich gestern den ganzen Tag vor allem spanische Texte gelesen, vorwiegend aus Argentinien selbst, darunter auch Predigten und Ansprachen des Kardinals.

und: Ergänzung im Juni zu 100 Tage Franziskus (u.a Treffen mit CLAR etc.)

Weiterlesen: Papst Franziskus

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