Kirche

Kirche

Die Kirche der Armen ist zwar nicht identisch mit der "Einen Kirche Jesu Christi", aber in der Kirche der Armen wird sichtbar, was "Kirche Jesu Christi" bedeutet. Denn sie geht von den weltweit Ausgegrenzten aus, von denen, die unter die Räuber gefallen sind. Sie stellt die Menschen in den Mittelpunkt, mit denen sich Jesus vorrangig solidarisierte. Deshalb werden die Armen uns, den Reichen, zum Heil, weil sie schon doch ihre bloße Existenz die bestehende Ungerechtigkeit aufdecken und zur Umkehr auffordern. Sie können uns deshalb den Weg zeigen (und sie wollen dies auch), weil Gott mitten unter ihnen Mensch wurde, mit ihnen feierte, trauerte, konsequenterweise getötet und deshalb von Gott auferweckt wurde. Sie sind daher die authentischen Zeugen der Gegenwart Gottes unter den Menschen, seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung. Sie sind die Offenbarung Gottes heute, ihr Schrei nach Gerechtigkeit ist der Ruf Gottes an uns. Die Kirche der Armen umfasst so alle Menschen, sie wird zum Zeichen des Heils für diese Welt.

Option für die Armen

Die Option für die Armen als Primat des Evangeliums

„Seitens der Kirche müssen wir aufzeigen, dass wir mit der Armut kein ‚weltliches Problem’ vor uns haben, sondern ein theologisches Problem. Gott will alle Menschen in der Welt lieben und nicht nur die 25%, die in den reichen Ländern leben. Das Beispiel Jesu zeigt, dass Gott die Armen liebt“ (José Dammert, Bischof von Cajamarca, 1962 - 1992)

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Mut zur Armut

Mut zur Armut - 11. 02. 2015, Bonn

Vor 50 Jahren, am Rande des Zweiten Vatikanischen Konzils, schlossen 40 Bischöfe in den Domitilla-Katakomben von Rom einen Pakt, der ihr Leben und ihren kirchlichen Dienst von Grund auf ändern sollte: Der Katakombenpakt der dienenden und armen Kirche. Im Gespräch mit dem Internetportal Weltkirche verrät der Theologe und Lateinamerika-Experte Willi Knecht, in welchen Regionen der Weltkirche der Geist des Konzils und die Verpflichtungen zu einer Kirche der Armen eine ungeahnte Dynamik entfaltete.

Frage: Bis Ende dieses Jahres feiert die katholische Kirche das 50-jährige Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Wo ist der „Geist des Konzils“ in der Weltkirche heute noch konkret zu spüren?

Knecht: Überall dort, wo es noch Elend und Ungerechtigkeit gibt. Die Option für die Armen, wie sie während des Konzils angedeutet wurde, meint nicht nur, auf der Seite der Armen zu stehen, sondern auch Demokratisierung: mehr Verantwortung für die Laien. Vor allem in den ärmeren Gegenden der Welt spielt dieser Gedanke eine große Rolle. Die kirchliche Evangelisierung und die soziale und pastorale Arbeit wären dort ohne die Mitarbeit vieler verantwortlicher Laien gar nicht möglich. Dieser Aspekt ist durch unseren Papst aus Lateinamerika wieder neu ins Bewusstsein gerückt.

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Meininger Kanzelreden - Gott oder das Gold

 

„Gott oder das Gold – an wem (oder was) hängt dein Herz?“ 
 
......Nach längeren Verhandlungen (und Zweifeln) ließen sie sich dann auf das Angebot („Vermittlung“) des Bischofs ein. Dieser hatte angeboten, dafür zu sorgen, dass Vertreter der Minengesellschaft bereit seien, mit einer Delegation der Campesinos zu sprechen. Das Treffen sollte im Bischofspalast in Cajamarca stattfinden, mit ihm als Vermittler. Als am nächsten Morgen wie verabredet eine Delegation von 10 gewählten Vertretern der Campesinos im Bischofshaus ankam, warteten dort der Staatsanwalt und Polizisten, die die Campesinos sofort verhafteten und abführten. Sie wurden verprügelt, einige waren danach schwerverletzt (sie blieben ohne Behandlung)  und Monate später wurden sie zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt. Noch am selbst Tag zogen einige zehntausend Campesinos in die Stadt Cajamarca und hielten die Plaza de Armas über 6 Tage lang besetzt (3.- 9.3.2001). Einige Frauen ketteten sich an die vergitterten Tore und Fenster des Bischofspalastes und über dem Eingang wurde ein riesiges Poster angebracht mit dem Satz:  
‚Herr Bischof, verehre den wahren Gott - nicht das Gold von Yanacocha’! 
 

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Die Kirche der Armen ist zwar nicht identisch mit der "Einen Kirche Jesu Christi", aber in der Kirche der Armen wird sichtbar, was "Kirche Jesu Christi" bedeutet. Denn sie geht von den weltweit Ausgegrenzten aus, von denen, die unter die Räuber gefallen sind. Sie stellt die Menschen in den Mittelpunkt, mit denen sich Jesus vorrangig solidarisierte. Deshalb werden die Armen uns, den Reichen, zum Heil, weil sie schon doch ihre bloße Existenz die bestehende Ungerechtigkeit aufdecken und zur Umkehr auffordern. Sie können uns deshalb den Weg zeigen (und sie wollen dies auch), weil Gott mitten unter ihnen Mensch wurde, mit ihnen feierte, trauerte, konsequenterweise getötet und deshalb von Gott auferweckt wurde. Sie sind daher die authentischen Zeugen der Gegenwart Gottes unter den Menschen, seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung. Sie sind die Offenbarung Gottes heute, ihr Schrei nach Gerechtigkeit ist der Ruf Gottes an uns. Die Kirche der Armen umfasst so alle Menschen, sie wird zum Zeichen des Heils für diese Welt.

Beiträge als Mitglied von....

Eigene  Gemeinde "Zum Guten Hirten", Ulm-Böfingen - Gesamkirchengemeinde Ulm (im Leitungsteam) und Dekanat Ehingen-Ulm (im Leitungsteam).

auf Diözesanebene:

Diözesanausschüsse "Eine Welt" und "Nachhaltige Entwicklung", AG Öffentlichkeitsarbeit der Diözese - Vorsitzender der "aktion hoffnung" (Verbände) bis Ende 2015 - im Netzwerk von 8 Reformgruppen (Kirchenerneuerung) der Diözese, Vorstand Oikocredit, Rat der Kirchen, u.a.

Die Römische Kirche ... im Gegensatz zur katholischen (allumfassenden) und evangelischen (vom Evangelium ausgehenden) Kirche ....      

 

Ausgehend von den Erfahrungen der Überlebenden der Eroberung und Zerstörung durch die Europäer und deren theol. Rechtfertigung durch die Kirche, soll hier anhand konkreter Beispiele  aufgezeigt werden, dass sich bis heute (abgesehen von der kurzen Epoche eines Aufbruchs infolge des 2. Vat Konzils) wenig in den letzten Jahrhunderten geändert hat. Kann man heute zwar nicht mehr von systematischem Völkermord sprechen, so doch von systematischer Ausbeutung und Ausgrenzung vor allem der indigenen Bevölkerung. Diese - aber auch immer mehr "Einwanderer" - leben mehrheitlich in absoluter Armut. Dies ist aber kein Zufall, sondern so gewollt und das Ergebnis einer ganz bestimmten Wirtschaftspolitik und der sie begründenden Werte.

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"Die Kirche der Nacht", von José Espíritu, Campesino und Katechet, Bambamarca.

 

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