Gemeindepartnerschaften

Geteilte Welten - getrennte Kirchen?

1. Partnergemeinden - eine Brücke über den Abgrund?

Wenn sich deutsche Gemeinden auf arme Gemeinden auf der anderen Seite des Globus einlassen, werden sie auf eine grundsätzliche Weise herausgefordert, ökonomisch und theologisch. Kirchengemeinden in den Elendsregionen dieser Welt - deutsche Gemeinden bevorzugen nämlich Kontakte mit den Ärmsten - möchten mit Partnergruppen in Deutschland ihren Glauben teilen und umgekehrt. Doch die Partner leben in getrennten Welten, besser gesagt: in entgegengesetzten Wirklichkeiten innerhalb der zu einem einzigen Marktplatz gewordenen „Einen Welt". Die deutschen Christen, einzelne Gemeindemitglieder wie die Kirche als Ganzes mit ihren Organisationen und Einrichtungen, sind mehr oder weniger gut funktionierende Bestandteile dieser Gesellschaft. Die beiden Konfessionen sind als Kirchen auf regionaler und nationaler Ebene mit Staat und Gesellschaft verflochten. Dies zeigt sich nicht nur in der Kirchensteuer, die bekanntlich umso höher ausfällt, je höhere Gewinne die Wirtschaft erzielt, sondern auch in der Zustimmung zu den herrschenden gesellschaftlichen Wertvorstellungen. Gemeinde und Kirche sind nicht nur Stützen dieser Gesellschaft, sie sind diese Gesellschaft. Als Gemeinde und Teil dieser Gesellschaft sind sie Teil des dazugehörenden Wirtschaftssystems und sie haben ein existentielles Interesse an dem Erhalt und der Funktionstüchtigkeit dieses Systems, das auch ein globales System ist. Aus diesem Interesse heraus entsteht de facto eine entsprechende Option. Die Campesinos gehören hingegen nur insofern zu diesem System, als dass sie sich als vom System Ausgegrenzte erfahren. Mit anderen Worten: Sie sind die Opfer eines Systems, das die Mehrheit der Christen in den reichen Ländern als alternativlos betrachtet, das man unterstützen oder mit dem man sich zumindest arrangieren muss. Während z.B. peruanische Partnergemeinden ihre Situation im Lichte des Glaubens als Folge der bestehenden sündhaften Strukturen (seit Medellín, 1968) und als unvereinbar mit dem Willen Gottes verstehen und begreifen, steht den deutschen Gemeinden dieser Erkenntnisprozess hinsichtlich ihrer eigenen Situation noch bevor.

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Solidaritätsfähigkeit?

Solidaritätsfähigkeit bei den Begegnungen deutscher Kirchengemeinden mit arm gemachten Kirchengemeinden -

Partnerschaft als Herausforderung (Willi Knecht[1], 1999)

 

[1]  WILLI KNECHT, arbeitete als Pastoralreferent und Mitarbeiter von Bischof Dammert in Bambamarca, Diözese Cajamarca. Peru. Bambamarca wurde bekannt durch seine Weg weisende befreiende Pastoral (Vamos Caminando).

Statement auf dem Internationalen Religionspädagogischen Kongress, der vom 13. 10. – 16. 10. 1999 in Eichstätt stattfand: Motto: „Weltkirche erleben, voneinander lernen, Erde bewohnbar machen“. Dann so veröffentlicht in: Religiöses Lernen der Kirche im globalen Dialog; Forum Religionspädagogik interkulturell, Band 1; LIT Münster 2000.

1962 begann mit dem Amtsantritt von Bischof José Dammert Bellido in Cajamarca, Peru, für die Campesinos (stellvertretend für alle Ausgegrenzten) eine Zeit der Hoffnung und konkreter Schritte auf dem Weg des Volkes Gottes aus dem Sklavenhaus in das Land, in dem alle Menschen das haben, was sie zum Leben brauchen: Brot, Gemeinschaft, Identität, Würde, Anerkennung und Gewissheit der Gegenwart Gottes unter ihnen[2].

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San Pedro: Krise überwunden!

Partnerschaft St. Georg - San Pedro: Krise überwunden

I. Gemeindebrief Juni 1995)

Willi Knecht: Vor 2 ½ Jahren geriet die Partnerschaft mit San Pedro in eine Krise. Pfarrer Lorenzo Vigo umgab sich mit Menschen, die die Probleme der Mütterklubs und der Campesinos nicht mehr verstanden. Dazu kam ein Bischofswechsel und mit ihm eine neue Kirchenpolitik, so z.B. keine Verantwortung mehr für Laien, Ausgrenzung von Frauen, Pastoralarbeit nur noch mit Reichen u.v.m. Unsere Partner, die Campesinogemeinschaften und Mütterklubs, verloren völlig das Vertrauen in die Pfarrleitung, sie wurden buchstäblich vor die Tür gesetzt.

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