Globalisierung

Globalisierung wird hier so aufgefasst, dass sie heute als weltweite Kolonialisierung der Seelen und Köpfe ungebremster denn je zuvor in Erscheinung tritt und in das Bewusstsein der Menschen eindringt. Die Globalisierung wird in der Folge als eine bisher beispiellose und weltweite Entfesselung des Kapitalismus verstanden, mit tödlichen Folgen für immer mehr Menschen und die gesamte Natur. Die gegenwärtige Globalisierung unter wirtschaftlichen und kulturellen Vorzeichen ist als direkte Folge bzw. Weiterführung der im 15. Jahrhundert begonnenen Eroberung der Welt durch das christliche Abendland zu sehen.
Diese globalen Spielregeln haben ihre Gültigkeit bis hinein in die kleinsten Einheiten menschlichen Zusammenlebens. Sie dringen nicht nur bis in die entlegensten Orte der Welt vor, sondern auch in die letzten Winkel unserer Seelen und unseres Denkens. Tiefste menschliche Beziehungen werden immer mehr verkommerzialisiert, töten den Dialog und die Wahrheit. Von dieser Totalität her beziehen diese Spielregeln und Werte ihren Wahrheitsanspruch und damit ihre universelle Gültigkeit - ohne scheinbare Alternative.

Der Kontext der Studie

1.  Der äußere Rahmen   (I. Kapitel)

a) Eigene Verwicklung (biographisch)

Über vier Jahre, von 1977 - 1980, lebte ich als „agente pastoral“ in der Pfarrei Bambamarca, Diözese Cajamarca (1) Bereits Anfang 1972 wurde an der Hochschule der Jesuiten in Frankfurt - St. Georgen ein Arbeitskreis gebildet, der sich mit dem Thema „Theologie der Befreiung“ beschäftigte - noch vor der Veröffentlichung der deutschen Übersetzung der Arbeit von Gustavo Gutiérrez.

In diesem Arbeitskreis, in dem ich von Anfang an mitwirkte, waren spanische und lateinamerikanische Jesuiten, die sich in St. Georgen zu weiterführenden Studien aufhielten, die Wortführer. Die Leitung des Arbeitskreises hatte Miguel Manzanera, heute Cochabamba, Bolivien.  Die Professoren Semmelroth und Grillmeier waren Gäste in diesem Arbeitskreis und forderten zu gründlicheren Überlegungen heraus.

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Die globale Verantwortung: Partnerschaften zwischen Pfarreien in Deutschland und Peru

Die Studie ist ein Pilotprojekt. Sie untersucht die Zusammenarbeit von Pfarreien und Gemeindemitgliedern in Deutschland mit Partnern der Diözese Cajamarca in Peru. Die dokumentiert Erfahrungen der letzten 35 Jahre, legt Ergebnisse vor, deckt Mängel auf, öffnet Perspektiven. In ihr wird notwendigerweise an die Aufbrüche der lateinamerikanischen Kirche und deren Option für die Armen erinnert. Gleichzeitig wirft sie ein Schlaglicht auf die Verfasstheit deutscher Gemeinden, auf ihr pastorales Selbstverständnis und auf ihr spirituelles Fundament, sowie auf die gegenwärtige Situation der Kirche weltweit. Partner üben Einfluss auf, aber schrecken auch vor ihm zurück. Hilfsaktionen sollen zur Partnerschaft führen. Hilfswerke und Diözesen können diese Ebene des Kontakts mit ihren Mitteln jedoch nur schwer erreichen. Der vorliegende Band setzt bei ihr an. Mit ihm wird Neuland betreten.

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Ein Bischof der Armen

PEPE!                                                                             von Gustavo Gutiérrez

Die pastorale Arbeit von Bischof José Dammert (Pepe, wie er gewöhnlich aus Zuneigung und in Freundschaft genannt wird) hat in Cajamarca tiefe Spuren hinterlassen. Und dies nicht nur während vieler Jahrzehnte in der eigenen Diözese, sondern in gleicher Weise auch in der peruanischen Kirche und darüber hinaus. Über lange Zeit war die Diözese von Cajamarca eine Referenz - Ansporn und Motiv eines gesunden Stolzes  für die Christen von ganz Peru.

Wie oft haben wir von den Freunden, die  in Cajamarca gearbeitet haben, von ihren Erfahrungen erzählen gehört, Erfahrungen eines evangeliumsgemäßen und befreienden Engagements in einer der ärmsten und verlassensten Regionen Perus, einer Region - und dies macht die Herausforderung noch größer - die zudem einer der am dichtest bevölkerten Regionen ist. Erfolge, Stolpersteine und ein stetiges Suchen haben diese Erfahrungen geprägt. Aber vor allem waren es die gelebte Hoffnung und die Nähe zu den Campesinos, die diesen Weg ausgezeichnet hat.

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"Der Kapitalismus ist kalt, kalt wie alles, das aus Metall ist. Es interessieren ihn weder die Menschen noch die Völker. Es interessieren ihn allein die Gewinne. Menschen und Völker interessieren ihn nur in dem Maße, in dem sie ihm Gewinne versprechen. Um Gewinne verschlingen zu können, verschlingt er Menschen und Völker. Er ist kalt, er hat kein Herz. Unser Land, wie viele andere Länder in Lateinamerika, ist schon seit langem in die Klauen dieses Monsters gefallen. Wir hängen auf vielfältige Weise von ihm ab. Wir sind sein Spielzeug". (Leónidas Proaño, Bischof von Riobamba, Ekuador 1978)"

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