Globalisierung

Globalisierung wird hier so aufgefasst, dass sie heute als weltweite Kolonialisierung der Seelen und Köpfe ungebremster denn je zuvor in Erscheinung tritt und in das Bewusstsein der Menschen eindringt. Die Globalisierung wird in der Folge als eine bisher beispiellose und weltweite Entfesselung des Kapitalismus verstanden, mit tödlichen Folgen für immer mehr Menschen und die gesamte Natur. Die gegenwärtige Globalisierung unter wirtschaftlichen und kulturellen Vorzeichen ist als direkte Folge bzw. Weiterführung der im 15. Jahrhundert begonnenen Eroberung der Welt durch das christliche Abendland zu sehen.
Diese globalen Spielregeln haben ihre Gültigkeit bis hinein in die kleinsten Einheiten menschlichen Zusammenlebens. Sie dringen nicht nur bis in die entlegensten Orte der Welt vor, sondern auch in die letzten Winkel unserer Seelen und unseres Denkens. Tiefste menschliche Beziehungen werden immer mehr verkommerzialisiert, töten den Dialog und die Wahrheit. Von dieser Totalität her beziehen diese Spielregeln und Werte ihren Wahrheitsanspruch und damit ihre universelle Gültigkeit - ohne scheinbare Alternative.

Bambamarca - ein Pilotprojekt

"Bereits im Februar 1993  besuchte Bischof Simón als erste große Pfarrei außerhalb von Cajamarca die Pfarrei Bambamarca (19). Er kam nach Bambamarca mit dem festen Willen, die rechte Ordnung wiederherzustellen. Er hatte eine vorbereitete Liste der Verfehlungen mitgebracht ohne vorher überhaupt in Bambamarca gewesen zu sein Vor den Katecheten, Verantwortlichen der Rondas und Frauengruppen sprach er davon, dass er gekommen sei, den „Saustall in Bambamarca auszumisten“.Denn in den letzten dreißig Jahren, so fuhr er fort, sei es zu einem Zerfall der Kirche gekommen, die Priester und die Sakramente würden nicht mehr respektiert, das spirituelle Leben sei verkümmert und die Lehre der Kirche würde nicht mehr respektiert bzw. man kenne sie gar nicht mehr. Statt dessen hätten sich die Verantwortlichen der Pfarrei, einschließlich der Pfarrer, nur um weltliche Dinge gekümmert, hätten Politik gemacht, statt sich dem Gebet zu widmen und hätten ständig Konflikte gegen die städtischen und staatlichen Autoritäten provoziert. Am schlimmsten sei das Unwesen mit den Rondas, in der viele Katecheten an verantwortlicher Stelle beteiligt sind und die Tatsache, dass noch nicht einmal die meisten Katecheten verheiratet seien und in wilder Ehe lebten."

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Gemeinsam auf dem Weg

Eine Gruppe, die im Kontakt und in der Begegnung mit den Ausgegrenzten deren Bedürfnisse und Glaubenserfahrungen als Orientierung für sich selbst ernst nimmt, wird innerhalb der organisierten Kirche zu einer Randgruppe. Überspitzt formuliert: der überwiegende Teil des Volkes Gottes, ausgerechnet gerade die Bedürftigsten, die am meisten Hunger nach Brot und nach Gott haben, werden von einer kleinen Minderheit, deren Tische überladen sind mit Brot und dem „Wissen von Gott“, an den Rand gedrängt (vergl. Lazarus).

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Umfragen bei Partnergemeinden

Seit 1963 bestehen Verbindungen deutscher katholischer Kirchengemeinden mit Kirchengemeinden der Diözese Cajamarca in Peru. Zu Beginn der Studie, im September 1997, waren es 15 deutsche Kirchengemeinden bzw. Gruppen, die mit Gemeinden bzw. Gruppen der Diözese Cajamarca in Beziehung standen. Alle deutschen Gruppen nahmen an der Befragung teil. Ebenso wurde alle Partnergruppen in Cajamarca intensiv befragt.
Die Fragen wurden gemeinsam mit den Partnergruppen entworfen.

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"Der Kapitalismus ist kalt, kalt wie alles, das aus Metall ist. Es interessieren ihn weder die Menschen noch die Völker. Es interessieren ihn allein die Gewinne. Menschen und Völker interessieren ihn nur in dem Maße, in dem sie ihm Gewinne versprechen. Um Gewinne verschlingen zu können, verschlingt er Menschen und Völker. Er ist kalt, er hat kein Herz. Unser Land, wie viele andere Länder in Lateinamerika, ist schon seit langem in die Klauen dieses Monsters gefallen. Wir hängen auf vielfältige Weise von ihm ab. Wir sind sein Spielzeug". (Leónidas Proaño, Bischof von Riobamba, Ekuador 1978)"

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