Globalisierung

Globalisierung wird hier so aufgefasst, dass sie heute als weltweite Kolonialisierung der Seelen und Köpfe ungebremster denn je zuvor in Erscheinung tritt und in das Bewusstsein der Menschen eindringt. Die Globalisierung wird in der Folge als eine bisher beispiellose und weltweite Entfesselung des Kapitalismus verstanden, mit tödlichen Folgen für immer mehr Menschen und die gesamte Natur. Die gegenwärtige Globalisierung unter wirtschaftlichen und kulturellen Vorzeichen ist als direkte Folge bzw. Weiterführung der im 15. Jahrhundert begonnenen Eroberung der Welt durch das christliche Abendland zu sehen.
Diese globalen Spielregeln haben ihre Gültigkeit bis hinein in die kleinsten Einheiten menschlichen Zusammenlebens. Sie dringen nicht nur bis in die entlegensten Orte der Welt vor, sondern auch in die letzten Winkel unserer Seelen und unseres Denkens. Tiefste menschliche Beziehungen werden immer mehr verkommerzialisiert, töten den Dialog und die Wahrheit. Von dieser Totalität her beziehen diese Spielregeln und Werte ihren Wahrheitsanspruch und damit ihre universelle Gültigkeit - ohne scheinbare Alternative.

Und der Weg geht weiter....

Es bleibt festzuhalten, dass nahezu alle Gruppen, Gemeinden, Organisationen und Personen, die vorher den Kern einer „Kirche mit Poncho und Sombrero“ bildeten, plötzlich vor ganz neuen und gewaltigen Herausforderungen standen, auf die sie - zumindest  so deren eigene Aussagen - nicht vorbereitet waren. Hinzu kommt, dass ihnen  auch  die  bisherige Infrastruktur (Kurszentren, Begegnungsstätten etc. - meist mit, Spendengeldern von Deutschland finanziert) genommen wurde. Pfr. Rolando Estela: „Der neue Bischof - im Gegensatz zu seinem Vorgänger - priorisiert eindeutig die städtische Pastoral, während die Landpastoral total vernachlässigt wird. Ein Zeichen dafür ist, dass alle bistumseigenen Häuser, die insbesondere für die Landkatecheten offen standen, neuen und meist kontemplativen Schwesterngemeinschaften oder dem Vorseminar übergeben wurden. Diese Situation verhindert es, dass zentrale Kurse auf Diözesanebene stattfinden  können.

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Anspruch und Wirklichkeit von Gemeindepartnerschaften

Deutsche Kirchengemeinde haben die Campesinos auf ihrem Weg begleitet. Es gab bis 1997 in der Diözese Cajamarca fünfzehn Gemeinden, die mit deutschen Gemeinden das Wagnis einer Partnerschaft eingegangen waren. Die deutschen Gemeinden wurden im Dezember 1992 von der Nachricht überrascht, dass Bischof Dammert als Bischof von Cajamarca und Präsident der peruanischen Bischofskonferenz überraschend schnell nach Vollendung seines 75. Lebensjahres zurücktreten musste. Als sich darauf immer deutlicher herausstellte, dass sein Nachfolger ein anderes Verständnis von Partnerschaft, Kirche und Rolle der Laien hatte, entstand das Bedürfnis, aus Treue zu dem bisher zurückgelegten Weg, den Aufbruch der Kirche in Cajamarca und den gemeinsamen Weg seit 1962 zu dokumentieren und Perspektiven für eine Kirche des Volkes Gottes auf der Grundlage des Zweiten Vatikanischen Konzils, der Dokumente von Medellín, Puebla und den Erfahrungen der Campesinos von Cajamarca aufzuzeigen....

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Erinnerungen der Campesinos

"Festzuhalten bleibt, dass die Entwicklung der Pastoral in Bambamarca eine Dynamik entwickelte, mit der nur wenige Priester Schritt halten konnten und die bald an die engen Grenzen der römischen Tradition stieß. Eine fest gefügte kirchliche Struktur mit ihrer Verrechtlichung, Verkrustungen und nicht von der Bibel her ableitbaren Strukturmerkmalen droht den weiteren Weg der Kirche des Volkes zu blockieren. Diese Strukturen erweisen sich für die Zukunft als ungeeignet, um dem Volk Gottes auf dem Weg helfen zu können. Auch Dammert definierte die Einheit der Kirche zuerst vom Papst her und Weltkirche bedeutete für ihn zuerst die Einheit der Bischöfe untereinander und mit dem Papst".

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"Der Kapitalismus ist kalt, kalt wie alles, das aus Metall ist. Es interessieren ihn weder die Menschen noch die Völker. Es interessieren ihn allein die Gewinne. Menschen und Völker interessieren ihn nur in dem Maße, in dem sie ihm Gewinne versprechen. Um Gewinne verschlingen zu können, verschlingt er Menschen und Völker. Er ist kalt, er hat kein Herz. Unser Land, wie viele andere Länder in Lateinamerika, ist schon seit langem in die Klauen dieses Monsters gefallen. Wir hängen auf vielfältige Weise von ihm ab. Wir sind sein Spielzeug". (Leónidas Proaño, Bischof von Riobamba, Ekuador 1978)"

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