Globalisierung

Globalisierung wird hier so aufgefasst, dass sie heute als weltweite Kolonialisierung der Seelen und Köpfe ungebremster denn je zuvor in Erscheinung tritt und in das Bewusstsein der Menschen eindringt. Die Globalisierung wird in der Folge als eine bisher beispiellose und weltweite Entfesselung des Kapitalismus verstanden, mit tödlichen Folgen für immer mehr Menschen und die gesamte Natur. Die gegenwärtige Globalisierung unter wirtschaftlichen und kulturellen Vorzeichen ist als direkte Folge bzw. Weiterführung der im 15. Jahrhundert begonnenen Eroberung der Welt durch das christliche Abendland zu sehen.
Diese globalen Spielregeln haben ihre Gültigkeit bis hinein in die kleinsten Einheiten menschlichen Zusammenlebens. Sie dringen nicht nur bis in die entlegensten Orte der Welt vor, sondern auch in die letzten Winkel unserer Seelen und unseres Denkens. Tiefste menschliche Beziehungen werden immer mehr verkommerzialisiert, töten den Dialog und die Wahrheit. Von dieser Totalität her beziehen diese Spielregeln und Werte ihren Wahrheitsanspruch und damit ihre universelle Gültigkeit - ohne scheinbare Alternative.

Multis, Markt und Dritte Welt

Multis, Markt und Dritte Welt:
Die Firma Nestlé in Cajamarca - Peru                                            
von Jorge Trigoso P.

Cajamarca ist vom historischen Prozeß der Kapitalismusentwicklung in der nördlichen Region Perus gekennzeichnet, was wiederum ein neues, sozioökonomisches Profil des Departements zur logischen Folge gehabt hat. Dieser Prozeß der Veränderung hat die Küste begüngstigt und Cajamarca benachteiligt. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, daß die ganze Wirtschaft des Departements im Interesse der Küste umgestaltet wurde. Die Spielregeln innerhalb dieser Produktionsweise haben Cajamarca eine untergeordnete Rolle zuerteilt, die jedoch letztendlich sehr wichtig für die Logik  der Akkumulation und Vermehrung des Kapitals ist.

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Wasser fürs Leben?

Wasser fürs Leben?
Soziale Folgen des Staudamms Gallito Ciego                                            von Hans Meister

In Herzogenaurach wie in Tembladera überlegten sich im Herbst 1980 einige Menschen, ob sie es wagen sollten, miteinander eine partnerschaftliche Beziehung auf Pfarrebene einzugehen. Das Wenige, was sie voneinander wussten, sprach nicht dafür. Dann begann unvorhergesehen eine heftige freundschaftliche Zusammenarbeit. Im Frühjahr 1981 fuhren schwere Baumaschinen deutscher Firmen in das Tal des Jequetepeque ein, um auf dem Boden der Pfarrei Tembladera den Stausee Gallito Ciego zu errichten. Die ansässigen  Reisbauern waren ahnungslos und unvorbereitet. In einem  zähen gemeinsamen Kampf bis 1988 gelang es beiden Partnerpfarreien, zumindest für die Besitzenden eine angemessene Entschädigung für ihre Dörfer und Felder zu erstreiten. Die Probleme der Landlosen wurden bis heute nicht gelöst.

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Kirche - ein globales Projekt

Partnergruppen verkörpern globale Katholizität. Sie sind ein Projekt globaler Pastoral. Es ist wichtig, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und sie in ihrer Arbeit ernst zu nehmen. Sie sind für die Kirche eine Herausforderung. Denn sie vertreten eine Option zu Gunsten konkreter Menschen vor Ort. ...Von dieser Entwicklung sind die Leute vor Ort schwer betroffen. Aber  sie sind ihr nicht einfach ausgeliefert. Sie dürfen ihre Lage nicht hinnehmen und sich schon  gar nicht in sie ergeben. Sie ist eine globale Herausforderung. Ein globaler Widerstand ist angesagt. Er fordert den potenzierten Einsatz aller Menschen guten Willens.... 

Partnergruppen mischen sich ein, wo Unrecht herrscht und Armut besteht. Sie können ein globales Gewissen sein und eine geistige Herausforderung der Kirche. Sie stellen Öffentlichkeit her. Es gibt sie in der Kirche nicht ohne die Institution der Kirche. Aber die Kirche selber kann nicht Gemeinschaft sein ohne Partnerschaft zu diesen Gruppen. Die kooperative Pastoral der deutschen Pastoralpläne erfüllt diese Aufgabe nicht. Es gibt in ihnen keine Partnerschaft. Sie sind eine kurzfristige Notlösung, kein langfristiges Instrument zukünftiger Pastoral.

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"Der Kapitalismus ist kalt, kalt wie alles, das aus Metall ist. Es interessieren ihn weder die Menschen noch die Völker. Es interessieren ihn allein die Gewinne. Menschen und Völker interessieren ihn nur in dem Maße, in dem sie ihm Gewinne versprechen. Um Gewinne verschlingen zu können, verschlingt er Menschen und Völker. Er ist kalt, er hat kein Herz. Unser Land, wie viele andere Länder in Lateinamerika, ist schon seit langem in die Klauen dieses Monsters gefallen. Wir hängen auf vielfältige Weise von ihm ab. Wir sind sein Spielzeug". (Leónidas Proaño, Bischof von Riobamba, Ekuador 1978)"

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