Gerechtigkeit – Bewahrung der Schöpfung

Fluchtursachen in Amerika

Fluchtursachen in Lateinmerika

Die Hazienda umfasst 120 km². Sie liegt in einem grünen Tal in den Anden, mit viel Wasser und fruchtbaren Weiden. Dort weiden Zuchtstiere und in tiefer gelegenen Gebieten lässt der Besitzer Kaffee anbauen. Die Randzonen gegen die Berge hin liegen brach, sie zu bewirtschaften lohnt  sich nicht. Noch weiter, die steilen und steinigen Bergabhänge hinauf , wohnen etwa 3.000 Campesinos (Indios). Ihnen stehen pro Familie 1 ha zur Verfügung. Das reicht nicht zum Leben. Weil sie keinen Ausweg wissen, beschließen sie, auf einem Teil des brachliegenden Landes der Hazienda Kartoffeln anzupflanzen. Kurz vor der Ernte erfährt der Grundeigentümer davon. Er fordert eine Militäreinheit an, die sofort angreift. Sie eröffnet ohne Vorwarnung aus zwei Hubschraubern heraus das Feuer. 6 Menschen werden getötet, 21 schwer verletzt, zusätzlich werden auch die Kartoffelfelder zerstört....

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Was heißt Entwicklung?

Was heißt "Entwicklung"?  

Vortrag im Januar 1970 (!) an der EWH Landau, mein 1. öffentlicher Vortrag)

Obwohl natürlich für jeden Menschen ein Mindestmaß an grundlegenden Voraussetzungen - gerade auch materiellen Bedürfnissen wie Nahrung - garantiert werden muss, quasi als eingeborenes Menschenrecht, bedeutet Entwicklung viel mehr als die nur materielle Entwicklung. Es geht um eine ganzheitliche Entwicklung aller menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten. Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben alle Völker Kriterien oder gar Standards entwickelt, welche Werte in ihrer jeweiligen Gesellschaft gefördert werden sollen. Besonders Christen sind Kriterien vorgegeben (auch wenn sie nicht als solche erkannt werden), die zur Grundlage menschlichen Zusammenlebens dienen: Das Leben in Gemeinschaft und meine Rolle in dieser Gemeinschaft; Solidarität, vorrangig mit den Schwächeren, Gerechtigkeit für alle, Gleichheit aller Menschen, weil alle in gleicher Weise Kinder Gottes sind, daher auch die unantastbare und einzigartige Würde jedes Mensche; das Recht, nicht nur auf Befriedigung der materiellen Bedürfnisse, sondern auf ein Leben in Fülle. Solche Werte gab und gibt es auch in vor- und nicht christlichen Kulturen und Religionen, meist sogar wesentlich ausgeprägter als im „christlichen“ Abendland. Diese Werte gilt es neu zu entdecken. Von daher ist es eine Schande, wenn ausgerechnet vom christlichen Abendland (mit der USA als dessen Produkt) ein Geist und vor allem eine damit verbundene Praxis ausgeht, die genau diese Werte zerstört.

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Die Option für die Armen - Peru

Theologie und Globalisierung  - die Herausforderung einer Option für die Armen

Einleitung für die Studie über die Aufbrüche der Kirche in Peru in der Folge des Konzils und die "Verwicklung" deutscher Partnergemeinden in diese Prozesse.

Auf der einen Seite steht der Glaube an die Unfehlbarkeit des von allen Fesseln befreiten Marktes mit seinen Tod bringenden Folgen für die Mehrheit der Menschen und für die Erde als Schöpfung Gottes. Auf der anderen Seite steht der biblische Glaube an den Gott Abrahams und Jesu, der sein Volk gerade aus dieser Sklaverei herausführen will. Die Frage nach Gott ist daher die zentrale Herausforderung an die Kirche bzw. der Kirche an die Welt.  Die Campesinos von Bambamarca, bedroht von der größten Goldgesellschaft der Welt, die ihnen das Wasser abgraben will und sie von ihrem Land vertreibt, protestierten gegen die Minengesellschaft vor dem Bischofspalast (und gegen den Bischof) u.a. mit folgendem Spruchband: „Herr Bischof, entscheide dich: verehrst du den wahren Gott oder das Gold der Mine?“ Auch die Kirche insgesamt steht wie der Bischof von Cajamarca und wie jeder einzelne Christ vor der entscheidenden Frage, an wen sie letztlich (in ihrer Praxis) ihr Herz hängt - an den Gott des Lebens oder an Mammon, den Gott, der zum Tode führt.

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