Ein Bischof der Armen

PEPE!                                                                             von Gustavo Gutiérrez

Die pastorale Arbeit von Bischof José Dammert (Pepe, wie er gewöhnlich aus Zuneigung und in Freundschaft genannt wird) hat in Cajamarca tiefe Spuren hinterlassen. Und dies nicht nur während vieler Jahrzehnte in der eigenen Diözese, sondern in gleicher Weise auch in der peruanischen Kirche und darüber hinaus. Über lange Zeit war die Diözese von Cajamarca eine Referenz - Ansporn und Motiv eines gesunden Stolzes  für die Christen von ganz Peru.

Wie oft haben wir von den Freunden, die  in Cajamarca gearbeitet haben, von ihren Erfahrungen erzählen gehört, Erfahrungen eines evangeliumsgemäßen und befreienden Engagements in einer der ärmsten und verlassensten Regionen Perus, einer Region - und dies macht die Herausforderung noch größer - die zudem einer der am dichtest bevölkerten Regionen ist. Erfolge, Stolpersteine und ein stetiges Suchen haben diese Erfahrungen geprägt. Aber vor allem waren es die gelebte Hoffnung und die Nähe zu den Campesinos, die diesen Weg ausgezeichnet hat.

Pepe, Teilnehmer an der Bischofskonferenz von Medellín, und seine Mitarbeiter lebten ohne schrille Übertreibungen, aber mit Standhaftigkeit und Treue, die bevorzugte Option für die  Armen. Diese Option ist eine  Perspektive, die  man nicht verstehen kann, wenn man sie nicht als Ausdruck der universalen Liebe Gottes begreift. Denn niemand kann von daher von unserer Mitsorge und Solidarität ausgeschlossen bleiben. Die Option für die Armen ruft uns auf, uns von dem Gott der Bibel inspirieren zu lassen, der sich zuerst den Letzten in der Gesellschaft zuwendet und der uns einlädt, von deren Standort her die Liebe zu allen Menschen zu leben. Dieser Standpunkt hilft uns zu vermeiden, in einen abstrakten und nebulösen Universalismus zu fallen, der versucht, mit schönen Worten die gewaltigen und ungerechten Ungleichheiten, die es in unserer Gesellschaft gibt, zu überdecken. Die Solidarität mit denen, die aller Rechte und Chancen beraubt sind, ist der Weg, um sich dann jedem Menschen öffnen zu  können und um ihn einzuladen, die Gute Nachricht von einem Gott aufzunehmen, der besonders die Ärmsten und Verlassenen liebt, die in ihrer Mehrheit in einer Situation der Unterdrückung und Ungerechtigkeit leben.

Genau dies war die Perspektive der pastoralen Arbeit in Cajamarca. Zu Beginn waren vielleicht diejenigen, die daran gewöhnt waren, die  bevorzugten Adressaten der kirchlichen Autoritäten und Priester gewesen zu sein, etwas überrascht oder fühlten sich gar zurückgesetzt. Aber mit der Zeit haben dennoch einige von ihnen die biblische Bedeutung einer Option für die Armen begriffen, die in keiner Weise bedeutet, dass die „Nichtarmen“ vergessen werden. Es handelt sich vielmehr um einen Aufruf an sie, daran mitzuwirken, dass die „Letzten dieser Welt“ die Ersten sind, um die sie sich kümmern sollen.

Gerade neu als Bischof nach Cajamarca gekommen, wird Pepe von der Initiative des damaligen Senators (der zu den reichsten Familien der Stadt gehörte) des Departements Cajamarca überrascht, von der Regierung eine Million Soles zu erbitten, um die Kathedrale von Cajamarca zu erneuern und auszuschmücken. Pepe schreibt ihm von Rom aus, wo er an der ersten Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils teilnimmt, dass es nach seinem Kriterium andere Prioritäten gibt. Was die kirchlichen Gebäude betrifft, so gibt es in den Randzonen der Stadt einige Pfarreien, die nicht wissen, wie und wo sie die Gläubigen adäquat betreuen können.

Außerdem - und vor allem - hält der Bischof „einige andere Werke für so dringlich, dass sie einer sofortigen Lösung bedürfen“ - und er zählt auf: „Das Gefängnis (zur Zeit eher einem Schweinestall gleich), die Kanalisierung des Flusses San Lucas, dessen vom Schmutz schwarz gefärbte Wasser die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet, die Inbetriebnahme des neuen Zentralkrankenhauses, die Errichtung von Wasser- und Abwasserkanälen“ - und die Liste geht  weiter... Der Grund für diese „Umkehr“ der bisher üblichen Werte und Maßstäbe liegt darin, dass der Hl. Paulus uns daran erinnert, dass wir alle „ein Tempel des Hl. Geistes“ sind. Der Tempel der Kathedrale, der eigentlichen Bischofskirche, ist daher im Vergleich zu den ungeheuren Bedürfnissen der Armen und angesichts der unmenschlichen Zustände, in denen sie leben, von nachrangiger Bedeutung. „Ich glaube - sagt der Bischof - wir dürfen keinen Moment schwanken“(1).

Es handelt sich um eine wahrhaft prophetische Geste des neuen Bischofs, die zugleich die zukünftige Richtung seiner pastoralen Arbeit in Cajamarca aufzeigt. Im Zentrum  dieser Arbeit stehen die Menschen aus Fleisch und Blut, besonders die Geringsten, in denen wir das Angesicht Christi entdecken und Christus selbst begegnen - so lehrt es uns das Evangelium von Matthäus. Puebla wird später daran anknüpfen, in einem Text, dessen erste Fassung von zwei großen Bischöfen und sehr engen Freunden von Pepe verfasst wurde: Germán Schmitz und Leonidas Proaño. Die Prioritäten des neuen Bischofs sind damit klar aufgezeigt: die Zeit, mit der Rückendeckung durch das Zweite  Vatikanische Konzil und durch Medellín, wird diese noch vertiefen.  

Wenn man in einer ländlichen Region wie Cajamarca von Armen redet, meint man zum größten Teil die Campesinos, die über Jahrhunderte sozial an den Rand gedrückt wurden. Sie standen im Zentrum und im Herzen der pastoralen Aufmerksamkeit von Pepe. Ihnen hat er seine ganze Energie gewidmet und er wusste dies auch mit starken und klaren Worten zu begründen. In zahlreichen Texten präsentiert er uns minutiöse Beschreibungen, die von den Gefühlen ausgehen, die Campesinos als Opfer des Vergessens und unzähliger Plagen, alltäglich erleiden. Allein schon die Darstellung des sozialen und geschichtlichen  Rahmens  ist  eine Denunzierung dieser Situation.

Aber die immer sehr konkrete Art von Pepe bleibt nicht bei der Beschreibung. Immer wieder schlägt er Lösungen und Auswege für die Probleme vor, die er aufzeigt, seien diese  Lösungsmöglichkeiten auch noch so klein. In allen Fällen sucht er nach den Ursachen und  er möchte die mentalen Kategorien ändern, die zu einer Marginalisierung der Campesinos führen. Es handelt sich, wie er immer wieder mit einer gewissen Sturheit wiederholt, um in soziale Strukturen gegossene Mentalitäten und Verhaltensweisen, die die menschliche Würde der Campesinos nicht respektieren.

Nach seiner Ankunft in Cajamarca war es für Pepe ein großes Bedürfnis, die Lehren des Evangeliums allen Gläubigen seiner Diözese zugänglich zu machen. Die dabei geleistete Anstrengung in der Katechese, angepasst an die Bevölkerung dieser Region, war enorm und dies ist zweifellos eines der wichtigsten Erfolge in jenen Jahren, die auch Bestand  haben werden. Der Bischof selbst hat anlässlich der Feier des 25-jährigen Bischofsjubiläum von Bischof Leonidas Proaño die Gelegenheit genutzt, um dies ausführlicher darzulegen.

In seinem eher erzählenden Stil, den wir kennen und der seine besten Texte kennzeichnet, blickt Pepe auf seine eigenen Erfahrungen und auf die  seiner Mitarbeiter zurück: Auf die Wirklichkeit, die er antraf, seine ersten Versuche, seine Misserfolge, auf die Wege, die sich auftaten und auf die Erfolge. Die zentrale Richtschnur in diesem Prozess der Evangelisierung bildet die Veröffentlichung eines Glaubensbuches, das ein außergewöhnliches Arbeitsinstrument in der Hand der Katecheten war und das eine große internationale Anerkennung fand. Sein hübscher Titel ist auch Programm: „Vamos Caminando“.

Denn darum geht es in der Tat: um einen Weg in der Nachfolge Jesu. Das Buch war zugleich das Ergebnis  eines  gemeinsamen Gehens, viele Personen haben dazu beigetragen (viele Namen kommen mir beim Schreiben dieser Zeilen in das Gedächtnis). Aber es war vor allem das Ergebnis eines bewussten Zuhörens und einer permanenten Selbstkritik, die der Bischof auf folgende Weise beschreibt: „Zuhören können, um die notwendige Erneuerung den Gegebenheiten vor Ort und denen der Zeit anzupassen, ist eine außergewöhnliche Tugend. Sie wurde  erworben im  Verlauf der Jahre und sie war auch die Frucht von vielen begangenen Dummheiten, die immer wieder Rückschläge in der Evangelisierung verursacht haben und sie ist auch die Frucht von immer noch vorhandenem Unverständnis“ (2). Diese Aussage ist ein starker Aufruf für eine ständige Öffnung der Umwelt gegenüber, in der man Zeugnis vom Evangelium ablegen will. Es ist eine Absage an jede Art von Triumphalismus ob der erreichten Erfolge. Es ist ein schnörkelloser Text, typisch für den Autor, der uns aber die tiefe Demut vor einer Aufgabe erahnen lässt, die er für dringend hält, wenn sie uns auch wegen ihrer gwaltigen Größe zu erdrücken scheint.

Schon vor 1962, als Weihbischof des Erzbischof von Lima, Kardinal Landázuri, der ihn immer als großen Freund und Ratgeber schätzte und dann nach seiner Ernennung zum Bischof von Cajamarca, war Bischof Dammert trotz  seines Engagements in Cajamarca immer auch eine Schlüsselfigur innerhalb der peruanischen Kirche. Dies zeigt sich ausreichend in den verschiedenen Verantwortlichkeiten, die er inne hatte, z.B. den Vorsitz in der peruanischen Bischofskonferenz. Vor allem  zeigt  es sich aber in dem Gewicht, das sein Wort hatte, das er im Auftrag der Kirche angesichts der großen Herausforderungen der peruanischen Wirklichkeit immer wieder erhob. In enger Zusammenarbeit mit Kardinal Landázuri war Pepe einer der Bischöfe, der am meisten dazu beigetragen hat, dass das Zweite Vatikanische Konzil und Medellín die pastoralen Aktivitäten der peruanischen Kirche inspiriert haben.

Er hat das ernst genommen, was die bestimmende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts, Johannes XXIII., die Kirche der Armen nannte. Und dieses Streben nach der Verwirklichung einer derartigen Kirche konnte und wollte er nicht auf die eigene Diözese in Cajamarca und noch nicht einmal nur auf die peruanische Kirche beschränkt wissen. Von daher ist sein Engagement in den internationalen Gremien wie die CELAM (Lateinamerikanische Bischofskonferenz) zu verstehen. Er tat dies zuerst in einer engen Zusammenarbeit mit einem großem Freund, einer der Personen, die am meisten  die lateinamerikanische Kirche in den letzten Jahrzehnten geprägt hat, mit Bischof Manuel Larraín, und danach mit einer nächsten Generation von Bischöfen, die quer über den Kontinent hinweg versucht haben, dem Bild gerecht zu werden, das das Zweite Vatikanische Konzil von ihnen forderte.

Viele von ihnen weilen heute nicht mehr unter uns. Aber wir würden ihnen nicht gerecht werden und nichts Gutes tun, wenn wir uns an sie nur mit Nostalgie erinnern würden, als Zeugen einer vergangenen Zeit. Eine Serie von Geschehnissen aus den letzten Jahren scheint einige von uns zu dieser Haltung einzuladen. Dessen ungeachtet und trotz der Argumente, die man für diese Geschehnisse vorbringen kann, darf man nicht vergessen, auf welcher Ebene sich diese Geschehnisse abspielen: es geht hier um Fälle, die von der zeitgenössischen Geschichtswissenschaft  eine „lang anhaltende Geschichte“ genannt werden, in der es auf dieTiefe ankommt, die sich in geschichtlichen Veränderungen zeigt und die wichtiger ist als die bloße Menge chronologischer Ereignisse.

Es kam in der Tat zu tiefgreifenden Veränderungen in jener Zeit und wenn wir auch gewünscht hätten, dass sie noch besser und dauerhafter in ihrer dem Evangelium gemäßen Linie gewesen wären, so handelt es sich doch um geschaffene Wirklichkeiten, hinter die man - in ihrer Substanz - nicht mehr zurückfallen  kann. Es  sind Samenkörner,  die,  wenn  wir nur  nicht  vergessen, dass sie unter der Erde sind und auf Bewässerung und Düngung warten, noch widerstandsfähigere und schmackhaftere Früchte bringen werden, als wir sie bisher kennen gelernt haben.  

Das Zeugnis von Pepe ist ein solches Samenkorn. Sein ungeschminkter Sinn für die Wirklichkeit, der manchmal mit einer Tendenz zum Pessimismus verwechselt werden konnte, darf uns nicht täuschen. In ihm steckt viel mehr. Es ist wahr, dass dieses „Verborgene“ manchmal erst zum Blühen kam, wenn man in einem langen Gespräch zuerst eine kalte Dusche offensichtlich widerwillig vorgetragener Meinungen empfangen hatte, die alle Türen zu verriegeln  schienen. Aber danach kam es fast unausbleiblich zu einer offenen Haltung und zu einem lebendigen Dialog, der eine sehr konkrete Perspektive aufzeigte. Wenn es darum ging, allgemeine Kriterien zur aktuellen Situation abzugeben, erschien die Sprache von Pepe oft als kalt und ohne Aussicht auf einen hoffnungsvollen Ausweg. Aber wenn es sich um sehr konkrete Umstände handelte, die er sehr gut kannte und um Personen, die er schätzte und liebte, änderte  sich seine Haltung. Dann bestätigte er nicht nur sein Vertrauen in eine mögliche Entwicklung, sondern er ermunterte und trug mit konkreten Hinweisen dabei, einen Schritt nach vorne zu machen.

In einer Mischung aus Schüchternheit und Demut fällt es Pepe schwer, seine Gefühle auszudrücken; oder er tut dies auf eine subtile Weise, die viel Aufmerksamkeit erfordert. Die Campesinos von Cajamarca ließen sich dadurch nicht täuschen. Unzählige Zeugnisse zeigen uns, wie nahe bei sich sie den guten Hirten fühlten, der seine Diözese durchwanderte und der sie dort besuchte, wo sie lebten - ein Umstand, den sie besonders hoch einschätzen. Seine Zugänglichkeit ihnen gegenüber zeigte den Campesinos, wie wichtig sie für ihn waren, z.B. wenn er mit seinem Poncho, sich vor der Kälte schützend, im Hof des Bischofshauses  auf einer Holzbank saß, zugänglich für jeden Einzelnen, der ihn  sprechen wollte - ohne Voranmeldungen und Vorzimmer. Mit  einer entwaffnenden Bescheidenheit konnte er sowohl still auf seiner Bank im Hof sitzen, zuhören oder auch lebhaft mit denen sprechen, die sich ihm näherten.

Ein großer Freund, in dessen Schuld viele von uns stehen, César Arróspide, der Pepe bereits vor seinem Eintritt in das Priesterseminar gekannt hatte, antwortete auf die Frage, wie er den Bischof charakterisieren würde,mit einer feinfühligen Schilderung: „Bei Pepe - sagte er - ist alles bescheiden, natürlich; ich wage sogar zu sagen, er ist eine Person der Alltäglichkeit. Und zu gleicher Zeit - so fügte er hinzu - ist er ein Mensch mit einem kritischen Geist, der fähig ist, die Beschränkung aller Dinge zu erkennen“ (3). So ist Pepe.

Das Verständnis, das die Campesinos immer bei ihrem Hirten erhalten haben, haben sie bei den zahlreichen Gelegenheiten zurückgegeben, die aus Anlass der verschiedenen Jahrestage von Pepe immer fröhlich gefeiert wurden, so z.B. die Jahrestage seiner Bischofsweihe bzw. seiner Zeit als Bischof von Cajamarca. Danach, und vor allem, war es der Abschied von einem Freund und Hirten in der Stunde seines Rücktritts. Es waren wahrhafte Volksfeste, in deren Verlauf Pepe es nicht  gelang - so sehr er sich auch anstrengte - seine Gemütsbewegungen zu verbergen. Hier stand er, dieser Mensch, geboren und erzogen in der Stadt, ein „Limeño“ wie aus dem Bilderbuch, als „dankbare Geisel“ inmitten der Menschen aus der Provinz und inmitten der Campesinos, denen er so viel zu verdanken hat und die ihn bereichert haben, weil er ihre Armut gelebt hat. Er wurde zum Gewinn für eine Welt, die ursprünglich nicht  die seine war, aber die ohne ihn sich heute selbst nicht verstehen könnte. Seine Alltäglichkeit hatte von nun an und endgültig das Aussehen und den Geruch der Campesinos, der ursprünglichen Bewohner der Anden.

Das Studium der Geschichte war eine große Berufung von Pepe. In Cajamarca folgte er seiner Neigung, indem er die Region, die ihm das Herz geraubt hatte, immer besser kennen lernen und bekannt machen wollte. Er schrieb und veröffentlichte verschiedene Bücher über die Region. Außerdem hat er sich in Zeitungsartikeln im Verlauf all dieser Jahre zu lokalen und nationalen Problemen und Ereignissen geäußert. Und er hat dies  getan, bis ihn zuletzt eine Krankheit zwang eine Tätigkeit aufzugeben, die er mit viel Freude und pastoraler Verantwortung ausgeübt hatte. Diese Tätigkeit hat ihm eine Präsenz im Land verliehen, die weit über die kirchlichen Kreise hinausgeht - eine Präsenz, die von dem Wunsch bestimmt war, über die nationalen Wechselfälle und Geschicke des Landes hinaus die Stimme des Evangeliums aus der Sicht der am meisten verlassenen Menschen des Landes zu Gehör zu bringen.

Als ein Mensch, dem die Freundschaft viel bedeutet, war Pepe für seine vielen Freunde, die er im Laufe seines Lebens gewinnen konnte, eine unersetzliche Begleitung. Dank seiner Freunde, so hat er es oft gesagt, konnte er auch selbst die vielen schwierigen Momente, die er durchstehen musste, mit Gelassenheit ertragen. Er musste viel Unverständnis erleiden, war ungerechten Kritiken ausgeliefert, vor allem wegen seines unkonventionellen und uneigennützigen pastoralen Stils und fernab von den Ehrenplätzen der Honorationen. Was immer er auch großzügigerweise von seinen Freunden denken mag und trotz der Stunden der Einsamkeit, die er durchleiden musste, so wissen wir  alle, die wir die Gnade hatten, seine Freunde zu sein, dass er uns sehr nahe ist und dass er uns treu ist.

Um es mit dieser für Pepe so typischen Diskretion auszudrücken (diese Diskretion war es, die am meisten meine Aufmerksamkeit erregte, als ich ihn kennen lernte; ich hatte ihn als meinen Mentor, als „Präses“ der studentischen Jugendgruppe, der ich bereits 1947 als Student angehörte,): seine Solidarität war immer verlässlich, aufnahmebereit ... und alltäglich. Pepe ist  einer der Zeugen, die unserem Glauben und unserer Hoffnung an den Gott des Lebens Nahrung verleihen. Hoffentlich haben wir - in Teilen wenigstens - etwas von all dem weitergeben können, das er uns geschenkt hat!

Lyon, im Februar 2000                                              Anfrage und Übersetzung: Willi Knecht
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Anmerkungen

(1) „Brief an Ing. Rafael Puga, Senator von Cajamarca“, in: 25 Jahre im Dienste der Kirche, Auswahl von Texten von Bischof José Dammert. Zeugnisse (Lima, CEP 1983, 211-213).  (nicht in deutsch erhältlich)

(2) „La Sierra Norte del Perú“ (a.a. Ort, Seite 64)

(3) Interview mit Dr. César Arróspide (a.a. Ort, Seite 45)

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